25. Oktober 2012 · Quelle: linksunten.indymedia.org

Demo nach Waßmannsdorf

Nach Neonaziattacke auf Flüchtlingsheim: Von Schönefeld aus antirassistischer Protestmarsch

Gemein­sam mit Flüchtlin­gen aus Waß­manns­dorf hat das Flüchtling­sprotest­camp in Berlin beschlossen, am 27.10. um 12 Uhr eine Demo vom Flughafen Schöne­feld nach Waß­manns­dorf zu organ­isieren:

 

Sam­stag, 27.Oktober 2012 // S-BHF Schöne­feld // 12.00 Uhr

 

In Deutsch­land wer­den Asyl­suchende in Lager gesteckt, schönre­dend „Heim“ genan­nt. Am Stad­trand von Berlin ste­ht ein solch­es am Rande des kleinen Ortes Waß­manns­dorf. Dort leben die Men­schen in zwei herun­tergekomme­nen Plat­ten­baut­en, in kleinen Zim­mern, mit ein­er Toi­lette für ein Haus, Küche und Dusche auf einem Flur, warmem Wass­er nur am Mor­gen. Diese Häuser und ihre Bewohner_innen wur­den zulet­zt am 9.10.12 von Nazis ange­grif­f­en, die Steine und Flaschen in die Fen­ster war­fen, Türen beschädigten und die Parole „Ros­tock ist über­all“ hin­ter­ließen.

Fünf Tage später trat der neue Fahrplan in Kraft, dank dessen die Hal­testelle an dem Lager in den Abend­stun­den nicht ange­fahren wird. Dann, wenn es dunkel ist, sind die Bewohner_innen gezwun­gen, durch den ver­lasse­nen Ort zu laufen, um zu dem „Heim“ zu gelan­gen. So gehen, ein Jahr nach­dem der NSU (Nation­al­sozial­is­tis­che Unter­grund) „ent­deckt“ wurde, Nazis und Land­kreis Hand in Hand…

 

In Deutsch­land gehört es zur alltäglichen Poli­tik, Asyl­suchende in ihnen feindlichen Umge­bun­gen zu isolieren. Die Men­schen wer­den entwed­er sofort in die bedrohlichen Lebens­be­din­gun­gen abgeschoben, aus denen sie geflo­hen sind, oder bis dahin an Orten aus­ge­lagert, an denen ein sicheres Leben und freie Bewe­gung ver­hin­dert wer­den.

Den Frauen, Män­nern und Kindern wird ver­boten, sich eine Woh­nung an einem sicheren Ort zu suchen. Stattdessen tra­gen in Waß­manns­dorf die Verkehrs­be­triebe ihren Teil zur Bedro­hung durch Aus­län­der­be­hörde, Polizei und Nazis bei, indem abends die einzige Verbindung dor­thin aus­ge­set­zt wird. Während es zum guten Ton gehört, sich von den Nazis zu dis­tanzieren, wer­den Migrant_innen ihnen aus­geliefert. Auch 20 Jahre nach dem Pogrom in Ros­tock-Licht­en­hagen funk­tion­iert der Angriff auf das Leben der Men­schen, deren Leben für ille­gal erk­lärt wird, rei­bungs­los. Dazu gehören statt Gesund­heit, Woh­nungswahl und Bil­dung die Aus­gren­zung, das Ver­bot jed­er Tätigkeit und Gefahr für Leib und Leben. Dass deren Leben und Sicher­heit in Deutsch­land schlicht egal sind, gehört zu ihrer Isolierung in Waß­manns­dorf.

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