24. Oktober 2012 · Quelle: Antifa Westhavelland

Neue (Neo)nazivereinigung in Rathenow?

„Heimattreue Jugend“ in Rathenow und Premnitz „aktiv“ / 17 Jähriger versucht sich im Milieu zu profilieren

Ist das (neo)nazistische Milieu in Rathenow weit­ge­hend inak­tiv oder wird längst an ein­er Reor­gan­isierung gear­beit­et? Fakt ist jeden­falls das 2012 wieder mehr (Neo)nazis aus der Region in milieu­typ­is­chen Ver­anstal­tun­gen einge­bun­den wur­den, als 2011. Und es gibt neue Gesichter!

Zu diesen gehört seit 2012 auch das des 17 jähri­gen Oliv­er Dahlen­burg, einem Azu­bi zum Ret­tungsas­sis­ten­ten, über den das Inter­net weiß, dass er bish­er in erster Lin­ie Hand­ball für die HSG Rathenow/Milow spielte und freizeit­mäßig offen­bar gern angelte.

Auf Pro­fil­ierungs-Tour

Auf seinem Face­book Pro­fil find­et sich jedoch auch ein Bild vom (Neo)naziaufmarsch am 7. April 2012 in Stol­berg (Nor­drhein West­falen) auf dem er sich offen­bar selb­st markiert hat. Erstaunlich­er Weise unter­stellt er diese Markierung indi­rekt der „Antifa Aachen“. Das Orig­i­nal­fo­to im Inter­net ent­larvt jedoch seine Manip­u­la­tion. Sucht Dahlen­burg also „bloß“ nach Aufmerk­samkeit? Vielle­icht.

Weit­ere Fotos aus Stol­berg, aber auch von (neo)nazistischen Ver­anstal­tun­gen am 14. Jan­u­ar 2012 in Magde­burg, am 31. März 2012 in Bran­den­burg an der Hav­el und Prem­nitz, am 14. April 2012 in Neu­rup­pin, am 1. Mai 2012 in Wittstock/Dosse, am 15. Juni 2012 in Tel­tow, Werder (Hav­el) und Bran­den­burg an der Hav­el, am 1. Sep­tem­ber 2012 in Vel­ten, am 15. Sep­tem­ber 2012 in Pots­dam, am 29. Sep­tem­ber 2012 in Sten­dal sowie am 20. Okto­ber 2012 in Wittstock/Dosse und Rheins­berg deuten jedoch auf mehr hin.

Heimat­treue Jugend Rathenow“ und NPD

Längst geht es Dahlen­burg offen­bar um mehr als nur um die Befriedi­gung sein­er Gel­tungssucht. Neben der steti­gen Teil­nahme an (neo)nazistischen Ver­anstal­tun­gen wirbt er auf seinen Pro­filen in den sozialen Net­zw­erken „Face­book“ und „Jap­py“ für eine Vere­ini­gung namens „Heima­treue Jugend Rathenow“. Zwar ist diese „Organ­i­sa­tion“, die im Design an die „Freien Kräfte Ost“ (FKO) und im Namen an die ver­botene „Heima­treue Deutsche Jugend“ (HDJ) anknüpft, in der realen Welt noch nie in Erschei­n­ung getreten, befind­et sich aber möglicher­weise in der Auf­bauphase. Und dies vielle­icht auch über die Stadt­gren­zen hin­aus. In der Rathenow­er Nach­barstadt Prem­nitz wurde jeden­falls im Som­mer 2012 ein mit einem  Hak­enkreuz unterze­ich­netes Logo ein­er „Heimat­treuen Jugend Prem­nitz“ fest­gestellt.

Auch die lokale NPD ist schon auf Dahlen­burg aufmerk­sam gewor­den und inte­gri­ert ihn in ihre Ver­anstal­tun­gen. Offen­sichtlich erhofft sich die Partei dadurch eine Ver­jün­gung und eine weit­ere Ein­flussnahme im Jugend­bere­ich.

Inwiefern Dahlen­burg sich aber kün­ftig in das vorge­bliche Sauber­mann-Image der NPD  ein­fü­gen wird, bleibt abzuwarten. Er ste­ht näm­lich, gemäß Antifa-Erken­nt­nis­sen, in Ver­dacht u.a. im August 2011 in Rathenow – ganz in der Nähe seines Wohnortes – (neo)nazistische Parolen und Sym­bole, darunter auch ein Hak­enkreuz, ange­bracht zu haben.

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