5. Februar 2003 · Quelle: MAZ

Demokratie muss man lernen

RATHENOW Geschafft: Ohne Wahlurne, ohne Zettel­wirtschaft, dafür mit viel
Musik der Rathenow­er Nach­wuchs­band “Wolf­s­pack” wurde gestern in der
Musikschule das Rathenow­er Kinder- und Jugend­par­la­ment ins Leben gerufen.
Die Grün­dung dieses Par­la­mentes geht auf ein Wahlver­sprechen von
Bürg­er­meis­ter Ronald Seeger zurück. Seeger hat­te dies im
Bürg­er­meis­ter­wahlkampf des let­zten Jahres ver­sprochen und kurz nach sein­er
Bestä­ti­gung als Rathenow­er Stad­to­ber­haupt bere­its die
Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragte der Kom­mune Moni­ka Schilling zur Kinder- und
Jugend­beauf­tragten berufen. Demokratie zu ler­nen, Tol­er­anz zu üben und
Jugendliche an die Auf­gaben von poli­tis­chen Entschei­dungsträgern
her­anzuführen, nan­nte Bürg­er­meis­ter Seeger als seine Moti­va­tion, die Arbeit
des Kinder- und Jugend­par­la­mentes zu unter­stützen. Unter­stützung, so Seeger
weit­er, gebe die Stadtver­wal­tung dem Jugend­par­la­ment auch durch die
kosten­lose Bere­it­stel­lung von Räu­men im Haus der Jugend. Die Idee eines
Jugend­par­la­mentes werde aber nicht nur von der Stadtver­wal­tung, son­dern von
allen Frak­tio­nen im Rathenow­er Stadt­par­la­ment mit­ge­tra­gen. Für den bere­its
vor­ab bestätigten Vor­stand des Jugend­par­la­mentes machte gestern Vor­sitzen­der
Mar­tin Kündi­ger deut­lich, dass es ein steigen­des Inter­esse von Kindern und
Jugendlichen gebe, sich in die Kom­mu­nalpoli­tik einzubrin­gen. Auf­gabe des
Jugend­par­la­mentes sei es, so Kündi­ger weit­er, die Inter­essen von Kindern und
Jugendlichen der Stadt gegenüber den Stadtverord­neten und auch gegenüber der
“Stadtregierung” zu vertreten. Die Schu­len­twick­lungs­pla­nung, die
Ver­schönerung der Stadt Rathenow und das Fehlen eines städtis­chen Freibades
seien einige der The­men, mit denen sich die derzeit etwa 20 Mit­glieder des
Jugend­par­la­ments beschäfti­gen. Kinder und Jugendliche wollen sich aktiv in
die Kom­mu­nalpoli­tik ein­brin­gen, denn sie sind die Experten ihrer eige­nen
Umwelt, so Kündi­ger. Sie wür­den nicht nur ihre Wün­sche, son­dern auch ihre
Prob­leme am besten ken­nen. In die Musikschule war gestern neben dem
SPD-Land­tagsab­ge­ord­neten Man­fred Lenz auch CDU-Bun­destagsab­ge­ord­nete Andrea
Voßhoff gekom­men. Erwach­sene, so die Bun­de­spoli­tik­erin, wür­den oft über
Jugend reden, sie reden aber zu sel­ten mit ihr. Jugendliche empfind­en somit
die Poli­tik der Erwach­se­nen oft als abstrak­te Welt, so Andrea Voßhoff,
welche das Jugend­par­la­ment zu einem Besuch in den Reich­stag nach Berlin
ein­lud — auch, um zu zeigen, was in der großen Poli­tik geht und was nicht.

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