25. Juli 2004 · Quelle: Freie Heide

Demonstranten ernten Genkartoffeln ab

(Presseerk­lärung, FREIe HEI­De, 24.07.2004) “Zu Risiken und Neben­wirkun­gen fra­gen Sie Bay­er” war auf dem Trans­par­ent am
Ack­er zu lesen. Etwa 30 Per­so­n­en beteiligten sich am 24. Juli an ein­er Aktion gegen das Bay­er Ver­suchs­feld in Berge (Prig­nitz). Aufgerufen hat­te das Barn­imer Aktions­bünd­nis gegen Gen­tech­nik und die BUND­ju­gend Bran­den­burg.
Zielset­zung der Aktion war, auf das Ver­suchs­feld in Berge hinzuweisen. Nach­dem in Lentzke der Gen­ver­such eingestellt wurde, befind­et sich in Berge das let­zte Ver­suchs­feld von Bay­er in Bran­den­burg.

Nach einem gen­tech­nikfreien, biol­o­gisch ange­baut­en Pick­nik zogen die Teil­nehmer in Schutzanzüge zu dem Ver­suchs­feld. Es stiegen gelbe Luft­bal­lons mit dem Zeichen für biol­o­gis­che Gefahren in die Luft. Stellen Sie sich vor, die Luft­bal­lons wären Pollen. Hier­mit spie­len wir auf die absurde Diskus­sion
um Koex­is­tenz an. Wir wollen zeigen, dass Lebendi­ges sich nicht an Gren­zen der Flurstücke hält., so Thomas Janosch­ka vom Barn­imer Bünd­nis gegen Gen­tech­nik.

Eini­gen Demon­stran­ten gelang es trotz Polizeis­chutz und Absper­run­gen direkt an das Feld zu gelan­gen und dort einige Pflanzen abzuern­ten. Unter dem Applaus der anderen Demon­stra­tionsteil­nehmer hiel­ten diese die Kartof­felpflanzen in die Luft. Strafanzeigen wegen Sachbeschädi­gung wur­den
angekündigt.

Neben mehreren Ver­ant­wortlichen für das Feld und die Ver­suche war auch der örtliche Land­tagsab­ge­ord­neter Robert Gem­mel (SPD) anwe­send. Obwohl dieser im dafür zuständi­gen Agra­rauss­chuss des Land­tages sitzt, war er bish­er noch
nicht über die Exis­tenz des Feldes informiert wor­den. Erste Infor­ma­tio­nen erhielt er aus der Ankündi­gung für die heuti­gen Aktio­nen in der Presse. Das zeigt wieder ein­mal wie sehr die Gen­tech­nikfir­men die Öffentlichkeit und die
demokratis­chen Insti­tu­tio­nen scheuen.

Auf dem Feld in Berge wer­den Kartof­feln mit einem verän­derten Stärkege­halt ange­baut. Die Kartof­fel enthält ausser­dem ein Gen, dass Resistenz gegen das Bay­er Her­biz­it Glu­fos­i­nat ver­lei­ht. Dies bedeutet, dass im Fall eines
großflächi­gen Anbaus der Kartof­fel, die Bauern an Bay­er Patent­ge­bühren zahlen müssten. Die Land­wirte kön­nten auch nicht ein­fach wieder zum nor­malen Kartof­fe­lan­bau zurück­kehren, da einzelne Knollen der Kartof­fel immer im
Boden zurück bleiben. Bei Auskreuzun­gen, z.B. mit dem weitver­bre­it­eten Unkraut “Schwarz­er Nachtschat­ten” wäre auch dieses gegen das Her­bez­it resistent. Betreiber des Ver­suchs ist die Fir­ma Solav­ista, eine Koop­er­a­tion des Chemiekonz­erns Bay­er und der Stärke­fir­ma Avebe. Avebe stellt auf dem
inter­na­tionalen Markt Kartof­fel­stärke her und betreibt in 5 km Ent­fer­nung in Dallmin eine Stärke­fab­rik.

Die Grup­pen kündigte weit­ere Aktio­nen gegen das Ver­suchs­feld an.

Bilder: www.bundjugend-brandenburg.de

Hin­ter­gründe: www.gengruppe.de/dosto

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