9. November 2001 · Quelle: Ruppiner Anzeiger

Denkmal für Neuruppins ermordete Juden wird am 19. November übergeben

NEURUPPIN Es wird heute Mor­gen noch fast dämm­rig sein, wenn auf den Hof des Ate­liers von Wieland Schmiedel LKW und Kran fahren. Nach vie­len Monat­en Arbeit soll heute das von dem Criv­itzer Kün­stler geschaf­fene Denkmal “Aus­geliefert” nach Neu­rup­pin geschafft wer­den. “Ich bin froh, wenn der Trans­port heil über die Bühne gegan­gen ist”, sorgte sich der Meck­len­burg­er gestern. Mit dem Mah­n­mal, das an die in der Nazi-Dik­tatur umge­bracht­en jüdis­chen Mit­bürg­er Neu­rup­pins erin­nert, vol­len­det sich das von Schmiedel geschaf­fene Ensem­ble, das allen Opfer­grup­pen von Krieg und Gewalt gewid­met ist.
Eigentlich sieht Fried­hofsver­wal­ter Nor­bert Arndt den 9. Novem­ber als würdig­sten Tag an, das jüdis­che Denkmal der Öffentlichkeit zu übergeben. Doch am Gedenk­tag der Reich­sprogromm­nacht von 1938 hätte Dr. Andreas Nach­hama nicht nach Neu­rup­pin kom­men kön­nen. Nach­hama, als Vor­sitzen­der der in Berlin ansäs­si­gen Stiftung Topogra­phie des Ter­rors, Rab­bin­er und Judaist ein­er der promi­nen­testen Juden in Deutsch­land, wird nun am 19. Novem­ber seinen Vor­trag “Krieg und Gewalt im Europa der Nazi-Zeit” um 16 Uhr im Schinkel­gym­na­si­um hal­ten. Von dem Schmiedelschen Pro­jekt sei Nach­hama beein­druckt. Die Neu­rup­pin­er sind zur Enthül­lung des Denkmals auf dem jüdis­chen Fried­hof (15 Uhr) und ab 16 Uhr zu Nach­hamas Vor­trag und dem von Uwe Schür­mann (“Geschichte der jüdis­chen Gemeinde in Neu­rup­pin”) eingeladen. 

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