12. Mai 2003 · Quelle: Brandenburger Flüchtlingsinitiative

Deportationen in Rathenow

Wir fordern — Flüchtlinge aus Togo dür­fen nicht abgeschoben wer­den!

Togo ist ein kleines Land an der West­küste Afrikas. Seit 37 Jahren herrscht in Togo
eine Dik­tatur unter Präsi­dent Gnas­ingbe Eyadè­ma.

In dem Staat sind Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an der Tage­sor­d­nung, ohne dass diese
geah­n­det wer­den. Ger­ade jet­zt ist eine sehr gefährliche Sit­u­a­tion für togole­sis­che
Oppo­si­tion­s­mit­glieder. Die Wahlen sind für den 1.Juni 2003 ange­set­zt und die Partei
des Dik­ta­tors set­zt alle Mit­tel ein, um diese Wahl zu gewin­nen. Jede Art von
Wider­stand wird von Mil­itär und Polizei zum Schweigen gebracht.

Trotz belas­ten­der Berichte von Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen u. a. amnesty
inter­na­tion­al ist man in Deutsch­land der Mei­n­ung die jun­gen Flüchtlinge aus Togo
haben kein Recht auf Asyl und so wer­den die Asy­lanträge fast aller Flüchtlinge
abgelehnt.

So auch die Asy­lanträge der 7 Flüchtlinge, die im Über­gangswohn­heim in Rathenow,
Birken­weg 2 wohnen. Sie sind Mit­glieder togole­sis­ch­er Oppo­si­tion­sparteien und zum
Teil schon seit 8 Jahren hier in Deutsch­land. Der Aufen­thalt in Deutsch­land für
Asyl­suchende bedeutet: ohne die Möglichkeit sich frei zu bewe­gen, ohne die
Möglichkeit zu arbeit­en, immer mit der Furcht vor ein­er Abschiebung.

Am 13.05.2003 um 23.45 Uhr wer­den unsere 7 Fre­unde von Beamten der Aus­län­der­be­hörde
zur togole­sis­chen Botschaft nach Bonn trans­portiert, um die nöti­gen Reisep­a­piere zu
beschaf­fen. Damit wird die Voraus­set­zung für eine Abschiebung geschaf­fen.

Unsere Befürch­tung ist, dass die Leute nicht wieder nach Rathenow zurück­kom­men,
son­dern die Abschiebung von Bonn aus gle­ich weit­er­läuft. Und somit keine Aktio­nen
mehr möglich sind.

Wir rufen dazu auf, sich am 13.05.2003 um 23.45 Uhr am Birken­weg zu tre­f­fen um gegen
die dro­hende Abschiebung zu protestieren.

Protest­faxe und ‑tel­fonate

kön­nen an die Rathenow­er Aus­län­der­be­hörde gerichtet wer­den:

Tel: 03385 / 5511209 (Herr Wolf), 5511241 (Herr Timm)

Fax: 03385 / 5511354

Bleiberecht für alle!

Ein weit­er­er Pro­tex­taufruf auf Englisch:

Depor­ta­tions in Rathenow

Once again the author­i­ties in Rathenow are hit­ting the head­line. Sev­en Togolese who have been liv­ing in Rathenow for eight years now are put for depor­ta­tion.

They are to be so called chauf­feured by Mr. Wolf, the bad guy of our Aus­län­der­be­hörde in Rathenow in the evening of tomor­row (Tues­day) to the Togolese embassy in Bonn. Among these peo­ple is a vic­tim of racial attack who just had an
oper­a­tion last Tues­day.

So, we are call­ing on each and every­one to con­tribute to our engage­ment and stop the Aus­län­der­be­hörde from send­ing these peo­ple back to Togo which means, send­ing them to
cer­tain impris­one­ment or to cer­tain tor­ture which is in the man­ner of our blood-thirsty dic­ta­tor.

The lat­ter who cre­at­ed his own con­sti­tu­tion dur­ing the course of last year allows him to be Pres­i­dent for life (see Le Monde Diplo­ma­tique April 2003 in “Die Tageszeitung” and “WOZ”).

Bran­den­burg­er Flüchtlingsini­tia­tive

For protest send a fax or phone to
Aus­län­der­be­hörde Rathenow:

Tel: 03385 / 5511209 (Mr. Wolf), 5511241 (Mr. Timm)

Fax: 03385 / 5511354

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