22. Juni 2008 · Quelle: Neues Deutschland

Der Fall Werner K. – NPD schürt Ängste

Knapp 60 Neon­azis sind am Sonnabend aus ver­schiede­nen Regio­nen Bran­den­burgs nach Joachim­sthal (Barn­im) gereist, um vom Unbe­ha­gen viel­er Stadt­be­wohn­er aus der Freilas­sung eines früheren Sex­u­al­straftäters Kap­i­tal für ihre Pro­pa­gan­da zu schla­gen. Wern­er K. saß wegen Kindesmis­shand­lung und Verge­wal­ti­gung in mehreren Fällen 22 Jahre im Gefäng­nis, seit sein­er Freilas­sung Anfang April soll er bei Fam­i­lien­ange­höri­gen in Joachim­sthal leben. Gegen Mit­tag hat­ten sich die Recht­sex­tremen am Bahn­hof der rund 3000 Ein­wohn­er zäh­len­den Kle­in­stadt getrof­fen.

Joachim­sthals Bürg­er­meis­terin Ger­linde Schnei­der gab zu bedenken, dass »viele Bürg­er die NPD nicht wollen«, doch die Angele­gen­heit für viele wichtig ist. Obwohl die NPDler während des Auf­marsches tat­säch­lich weit­ge­hend unter sich blieben, spende­ten einige Anwohn­er Applaus, als der Red­ner der Recht­sex­tremen aufrief, Joachim­sthal müsse sich »von Kinder­schän­dern und Triebtätern befreien«, und die Ein­führung der Todesstrafe in der Bun­desre­pub­lik forderte. Proteste an der Auf­marschstrecke blieb dies­mal weit­ge­hend aus.

Allerd­ings hat­ten sich rund 150 Men­schen zu einem öku­menis­chen Protest­gottes­di­enst in der Evan­ge­lis­chen Kirchenge­meinde getrof­fen. Maria Buch­heim von der Antifaschis­tis­chen Aktion Bernau erk­lärte dazu, es sei »unver­ständlich, dass sich die soge­nan­nte Zivilge­sellschaft in die Kirche zurückzieht, anstatt den Protest auf offen­er Straße auszu­tra­gen«. Das Bran­den­burg­er Aktions­bünd­nis gegen Recht­sex­trem­is­mus kri­tisierte, dass die NPD Äng­ste der Bürg­er miss­brauche.

Gegen Wern­er K. ist in dem Ort Joachim­stahl eine Bürg­erini­tia­tive aktiv, die sich im Vor­feld des Auf­marsches allerd­ings von den Neon­azis dis­tanzierte und kurz­er­hand von »Wern­er K. muß weg!« in »Nach­barschaftliche Sol­i­darge­mein­schaft« umbe­nan­nte. Sie protestiert zweimal pro Woche vor dem Haus, in dem K. leben soll. Die Polizei bewacht es 24 Stun­den am Tag.

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