8. Februar 2008 · Quelle: Antifaschistische Gruppen im Westhavelland

Der Wolf im Schafspelz

Nach dem der hes­sis­che Min­is­ter­präsi­dent Roland Koch (CDU) unlängst aus­län­der­feindliche Polemik als Wahlkampfthe­ma rekul­tivierte, ist auch die (neo)nazistische NPD dankbar auf diesen Zug aufge­sprun­gen.

Offen­sichtlich­er Anlass, den jet­zt auch der NPD Kreisver­band Hav­el – Nuthe für ein gestriges State­ment nutzte, war ein Über­fall mehrerer jugendlich­er Migranten auf einen Rent­ner im Jan­u­ar 2008 in München (Bay­ern), der auch bun­desweit durch die Medi­en beachtet wurde. Für die Parteisek­tion gilt dies exem­plar­isch als Ver­sagen der mul­ti­kul­turellen Gesellschaft und als Beweis für den von der Bun­despartei propagierten pseudowis­senschaftlichen Ethno­plu­ral­is­mus, wonach die Mis­chung von aus­ländis­chen mit heimis­chen Blutes zwangsläu­fig zur Zer­störung der heimis­chen, völkischen „Schick­sals­ge­mein­schaft“ führt und ange­blich nur durch Ausweisung aller Aus­län­der — auch wenn zunächst nur die Krim­inellen gemeint sind — aufhalt­bar sei.

Inter­es­san­ter Weise gel­ten einige Mit­glieder des NPD Kreisver­band Hav­el – Nuthe eben­falls als krim­inell bzw. sind ein­schlägig wegen Gewalt – und Pro­pa­gan­dade­lik­ten vorbe­straft. Selb­st der Ver­bandsvor­sitzende, Michél Müller aus Rathenow, saß wegen schw­er­wiegen­den Gewalt­de­lik­ten im Gefäng­nis. Ihm wurde u.a. zur Last gelegt gemein­schaftlich mit mehreren Kam­er­aden in der Sil­vester­nacht 1999/2000 eine Gruppe pak­istanis­ch­er Flüchtlinge gejagt und bru­tal zusam­mengeschla­gen gehaben.

Schade, das man deutsche Krim­inelle nicht ein­fach ausweisen kann.

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