24. April 2012 · Quelle: Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“

Die Amadeu-Antonio-Straße wird kommen. Nur wann?

Mitteilung der Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ und des Afrikanischen Kulturvereins Palanca e.V.,

Vor einem Jahr starteten wir die Ini­tia­tive für die Amadeu-Anto­nio-Straße in Eber­swalde, um die Mah­nung an den ehe­ma­li­gen angolanis­chen Ver­tragsar­beit­er, der Opfer ras­sis­tis­ch­er Gewalt wurde, im All­t­ag zu ver­ankern. Als Zeichen für den weit­er nöti­gen Ein­satz zur Über­win­dung von Ras­sis­mus emp­fahlen wir, einen Teil der Eber­swalder Straße zum 50. Geburt­stag von Amadeu Anto­nio am 12.08.2012 umzube­nen­nen.

Wie zur Bestä­ti­gung der Dringlichkeit des Anliegens tötete im Juli ein Recht­ster­ror­ist in Nor­we­gen 77 Men­schen, Ende 2011 schreck­te die Mord­serie der Thüringer Naz­izelle und das Ver­sagen der Sicher­heits­be­hör­den viele Men­schen auf.

In Eber­swalde weit­ete sich der­weil die Debat­te für und gegen die Straßenum­be­nen­nung aus. Die Geg­n­er waren aus unter­schiedlich­sten Grün­den entwed­er strikt dage­gen oder unter­bre­it­eten immer neue Vorschläge, wie und wo das ehrende Gedenken an Amadeu Anto­nio noch würdi­ger, noch erfol­gre­ich­er, noch gebün­del­ter, noch bess­er und weniger anstößig platziert wer­den kön­nte.

Bürg­er­meis­ter Bogin­s­ki suchte ab Ende Feb­ru­ar nach einem für alle Seit­en annehm­baren Kom­pro­miss und ab Ende März eine deut­liche Mehrheit für die Straßenum­be­nen­nung. Diese Suche wurde vor der Sitzung des Fachauss­chuss­es am 17.04. been­det – offen­bar nach zunehmend ablehnen­den Äußerun­gen und der Formierung ein­er Bürg­erini­tia­tive gegen die Amadeu-Anto­nio-Straße.

Der Beschluss, der der Stadtverord­neten­ver­samm­lung am 26.04. vorgelegt wer­den soll, bein­hal­tet zwar die Erar­beitung eines Anti­ras­sis­muskonzepts und einen feier­lichen Akt zum 50. Geburt­stag, jedoch nicht mehr die Straßenum­be­nen­nung. Diese sei „vom Tisch“. Palan­ca e.V. und die Kam­pagne „Light me Amadeu“ beri­eten am 23.04.12 die sich abze­ich­nende Lage und erk­lären dazu: Wir begrüßen und unter­stützen kom­mu­nale Aktiv­itäten zur Ver­min­derung von Ras­sis­mus und zum Gedenken an Amadeu Anto­nio.

Wir bekräfti­gen unsere ursprüngliche Ini­tia­tive, weil wir sie vom Ort und vom Zeit­punkt her für richtig hal­ten. Darum wün­schen wir uns und Eber­swalde weit­er­hin die Amadeu-Anto­nio- Straße. Wir sind gewiss, dass die Umbe­nen­nung eines Tages kom­men wird. Anders als die Bürg­erini­tia­tive gegen die Umbe­nen­nung in ihren Unter­schriften­lis­ten bis
heute behauptet, wollen wir nicht die drei Kilo­me­ter lange Eber­swalder Straße im Stadt­teil Finow umbe­nen­nen, son­dern ein Drit­tel davon: den Bere­ich zwis­chen Heegermüh­ler Straße und Kopernikus­ring, weil dort die mörderische Het­z­jagd auf Amadeu Anto­nio geschah und die Heime der Ver­tragsar­beit­er standen.

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