14. Februar 2012 · Quelle: Antifaschistische Linke Falkensee

Die Baracke” in Falkensee niedergebrannt

Brandursache unklar / rechter Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden

Wie wir heute erfahren mussten, kam es gestern Abend , den 13.02.2012, in den Räu­men des Falkenseer alter­na­tiv­en Jugend­clubs „Die Baracke“ zu einem Feuer ‚was den Innen­bere­ich des Haus­es voll­ständig aus­bren­nen lies. Das Haus wird nicht mehr zu ret­ten sein und muss abgeris­sen wer­den. (Siehe dazu auch diesen Presse­bericht.)

Nach ersten Ver­mu­tun­gen der Feuer­wehr kön­nte ein Kabel­brand im Verteil­erkas­ten bzw. unter der Decke die Ursache sein. Da jedoch der Verteil­erkas­ten augen­schein­lich nicht als Bran­dur­sache in Betra­cht kommt und unter der Decke keine Kabel­stränge ver­laufen, lässt sich mit­tler­weile eine Brand­s­tiftung nicht mehr auss­chließen. Im Moment ist die Krim­i­nalpolizei in den Räum­lichkeit­en und ver­sucht die Bran­dur­sache zu ermitteln. 

Genährt wird diese Ver­mu­tung mit der zeitlichen Nähe zu den gestri­gen Ereignis­sen im Dres­den. Das Feuer in der „Baracke“ brach zeit­gle­ich mit der erfol­gre­ichen Block­ade des Neon­azi­auf­marsches in der Säch­sis­chen Lan­deshaupt­stadt aus. Auch sollte am jet­zi­gen Don­ner­stag, den 16.02.2012, eine Infover­anstal­tung zu den geplanten Anti-Nazi­ak­tiv­itäten am kom­menden Woch­enende in Dres­den erfol­gen. Hinzukommt der Umstand, das es in den let­zten fünf Wochen wöchentlich zu ins­ge­samt fünf Ein­brüchen in der Baracke gekom­men ist. Neben dem bei Ein­brüchen zu erwartenden Dieb­stahl wur­den auch rechte Schmier­ereien hinterlassen. 

Ist die Naziszene in den let­zten Jahren in Falkensee kaum präsent gewe­sen, änderte sich dies in let­zter Zeit. So wer­den seit ca. einem Jahr ver­mehrt NPD Aufk­le­ber im Stadt­ge­bi­et gek­lebt. Am 22.10.2011 gab es eine Neon­azi­ak­tion in der Falkenseer Bahn­hof­s­traße, bei der ver­mummte Neon­azis den Aus­tritt Deutsch­lands aus dem Euro­raum forderten. Der vor­läu­fige Höhep­unkt ereignete sich am Sil­vester­abend, als in der Sper­ber­straße Nazis eine Gruppe junger Men­schen, die nicht in das Welt­bild der Nazis passten, angriffen. 

Trau­rige Bekan­ntheit erlangte die Naziszene um Falkensee in den Jahren 2003 und 2004, als die nach §129a verurteile Kam­er­ad­schaft Freiko­rps 10 Bran­dan­schläge auf Dön­er und Asi­aim­bisse durch­führte. David Stef­fens, Sprech­er der Antifaschis­tis­chen Linken Falkensees:“ Sollte es sich bei dem Brand um einen Nazian­schlag han­deln, würde dies nicht ein trau­riger Höhep­unkt, son­der lei­der eine Kon­ti­nu­ität von rechter Gewalt in Falkensee bedeuten. Da das Haus nun abgeris­sen wer­den muss, hof­fen wir natür­lich dass die Stadt von sich aus auf die Jugendlichen und jun­gen Men­schen zu geht und prak­tis­che Hil­fe anbi­etet. Ein neuer Ort für alter­na­tive, selb­stver­wal­tete Kul­tur muss gefun­den werden.“ 

Sollte es neue Entwick­lun­gen geben wer­den wir zeit­nah davon berichten.

Antifaschis­tis­che Linke Falkensee //ALF//

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