25. Oktober 2004 · Quelle: MAZ

Die Erinnerung bewahren

(MAZ, Dirk Gud­er­jahn) “Dia­log führen — Europa gestal­ten” war das Mot­to des “Tages der Heimat”,
welch­er vom Bund der Ver­triebe­nen Rathenow am Sam­stag im Speis­esaal des
Wohn ‑und Pflege­heimes in der Forststrasse ver­anstal­tet wurde. Um 14 Uhr
eröffneten Mit­glieder der Musikschule Rathenow mit kleinen
Instru­men­tal­stück­en diesen Nach­mit­tag.

Her­bert Kapahnke, Vor­sitzen­der des BdV Rathenow, schloss sich mit ein­er
Begrüßungsrede vor den zahlre­ich erschiene­nen Heimatver­triebe­nen an. “Liebe
Heimatver­triebene, liebe Gäste”, begann er seine Ansprache, “im Namen
unseres Vor­standes darf ich sie alle zu unserem diesjähri­gen Tag der Heimat
recht her­zlich begrüßen. Durch ihre Anwe­sen­heit bekun­den sie ihr Inter­esse
und haben Anteil an unser­er erfol­gre­ichen Ver­band­sar­beit”. Weit­er­hin
begrüßte er die anwe­senden Ehrengäste, Sozialdez­er­nentin Mar­garethe von
Fin­tel, den Vor­sitzen­den des BdV-Lan­desver­ban­des Man­fred Walther und den
Kreistagsvor­sitzen­den Hol­ger Schiebold. Her­bert Kapahnke kri­tisierte in
sein­er Rede die Pauschal­isierung der Ver­triebe­nen in der Öffentlichkeit als
“ewig Gestrige”, sowie die Ver­drän­gung in die rechte Ecke. Der Vor­sitzende
bedank­te sich dann bei der Kreisver­wal­tung, Bere­ich Kul­tur, für die
teil­weise Über­nahme der Kosten des “Tages der Heimat”.

Frau Inge Jeri­chow über­nahm im Anschluss die Totenehrung. “Alle Toten der
Vertrei­bung”, hieß es darin, “haben Anspruch darauf, dass wir Über­leben­den
ihr Ver­mächt­nis bewahren. Die Erin­nerung an schreck­liche Geschehnisse muss
Mah­n­mal für uns und alle Nachge­bore­nen bleiben”. Sie ver­wies auf den
sinnlosen Tod der Opfer als Folge ein­er ver­femten Poli­tik. Große Anteil­nahme
herrschte im Saal als Christa Man­gels­dorf ein Gedicht zur Erin­nerung an
Ost­preußen rez­i­tierte.

Auch Sozialdez­er­nentin Mar­garethe von Fin­tel erin­nerte in ihrer Fes­trede an
den Schmerz, den Men­schen erlei­den, die ihre Heimat ver­lieren. “Wie groß
dieser Schmerz ist”, führte sie an, “kann nie­mand ermessen der dieses
Schick­sal nicht teilen musste”.

Nach ihr ergrif­f­en die Ehrengäste Man­fred Walther und Hol­ger Schiebold das
Wort. Der Vor­sitzende des Lan­desver­ban­des Man­fred Walther set­zte sich
kri­tisch mit der Beziehung zwis­chen der Poli­tik und den Heimatver­triebe­nen
auseinan­der.

Dem schloss sich auch der Kreistagsvor­sitzende Hol­ger Schiebold an, der an
den Gen­er­a­tio­nen­ver­trag erin­nerte, und jene Kri­tisierte, die denen die
Renten kürzen die dieses Land wieder aufge­baut hät­ten.

Nach diesen eher ern­sten Aus­führun­gen ging es zum heit­eren Teil der
Ver­anstal­tung über. Der Heimatchor Ferch­esar sang Heimatlieder und ani­mierte
so manchen der Anwe­senden zum Mitsin­gen.

Drei ver­di­ente Mit­glieder des BdV wur­den von Her­bert Kapahnke mit ein­er
Ehrenurkunde und der sil­ber­nen Ehren­nadel des Prä­sid­i­ums des BdV
aus­geze­ich­net.

Fritz Kunert aus Frie­sack sorgte zum Abschluss des offiziellen Teils mit
seinem Musikpro­gramm für Unter­hal­tung. Wieder bewegte es viele zum
Mitsin­gen, als Stücke wie das “Ost­preußen­lied”, das “Pom­mern­lied” oder auch
“Märkische Hei­de” erk­lan­gen. Danach gab es Kaf­fee und Kuchen, der Tag klang
har­monisch aus.

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