8. April 2005 · Quelle: MAZ

Die neuen Strategien

WALSLEBEN “Wir kön­nen nicht mehr die Augen ver­schließen”, sagte Stef­fen
Deck­er. Der Krim­i­nal­haup­tkom­mis­sar sprach am Mittwochabend vor
Bürg­er­meis­tern und Gemein­de­v­ertretern des Amtes Tem­nitz über aktuelle
recht­sex­trem­istis­che Straftat­en. Auf Ein­ladung von Amts­di­rek­tor Math­ias
Wittmoser informierte er über die Lage im Schutzbere­ich Ost­prig­nitz- Rup­pin,
berichtete über das Aus­maß der recht­sex­tremen Angriffe, über Tatorte
und ‑zeit­en.

Der Amts­di­rek­tor hat­te die Ver­anstal­tung zusam­men mit dem “Mobilen
Beratung­steam für Inte­gra­tion und Tol­er­anz” aus Neu­rup­pin organ­isiert. “Denn
wie die Erfahrun­gen der let­zten Monate gezeigt haben, bleiben auch unsere
Gemein­den nicht von recht­sex­tremen Aktiv­itäten unberührt”, sagte Math­ias
Wittmoser. Das Tre­f­fen im Wal­sleben­er Feuer­wehrge­bäude war auss­chließlich
für die Tem­nitzer Lokalpoli­tik­er bes­timmt, um deren Blick für die Zeichen
und Meth­o­d­en der Recht­sex­tremen zu schär­fen.

Etwa 25 Gemein­de­v­ertreter waren gekom­men. In offen­er, lebendi­ger Atmo­sphäre
ließen sie sich über die neuen Strate­gien der Recht­sex­tremen aufk­lären.
Zurzeit wür­den diese beispiel­sweise ver­mehrt Flug­blät­ter verteilen, in denen
die hohen Abtrei­bungszahlen, der Sozial­ab­bau und die gestiege­nen
Abwasser­preise angeprangert wer­den, berichtete Gabriele Schla­mann vom
mobilen Beratung­steam. Meth­ode sei es auch, gezielt auf 12- bis 13-jährige
Kinder zuzuge­hen, denn diese seien am leicht­esten zu beein­druck­en und zu
bee­in­flussen. “Doch es sind nicht nur die Jugendlichen, die recht­sex­treme
Gedanken haben, son­dern auch etliche ältere Men­schen”, weiß die Exper­tin.

Zusam­men mit Teamkol­lege Nico Scu­teri informierte sie über die Bedeu­tung
ger­man­is­ch­er Schriftze­ichen und häu­fig ver­wen­de­ter Sym­bole.

Die Gemein­de­v­ertreter, die aus allen Tem­nitz-Dör­fern angereist waren,
schienen sich ihrer Ver­ant­wor­tung dur­chaus bewusst. Den Jugendlichen müssen
attrak­tive Alter­na­tiv­en ange­boten wer­den, waren sich alle einig. Nur sei
dies schwierig, wenn die Finanzen der Gemein­den immer knap­per wer­den.
Trotz­dem solle es nicht bei der einen Ver­anstal­tung bleiben: Vorschläge zu
einem gemein­deüber­greifend­en Aktion­stag oder zu einem “Tag der Demokratie”
wur­den bere­its geäußert. “Diese Ideen wollen wir gerne unter­stützen”, sagte
Gabriele Schla­mann vom mobilen Beratung­steam.

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