26. März 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Die Tomeg macht auch im Havelland “klar Schiff”

RATHENOW Die Zahl der recht­sex­trem­istisch motivierten, aktiv­en Straftäter in der Region Rathenow/Premnitz hat in den ver­gan­genen zwölf Monat­en abgenom­men. Das gab Jörg Barthel, Leit­er der Soko Tomeg (Täteror­i­en­tierte Maß­nah­men gegen extrem­istis­che Gewalt) beim Besuch des Innen­staatssekretärs Eike Lan­celle am ver­gan­genen Mittwoch bekannt. 

Dem­nach wer­den von den Mitar­beit­ern der Soko derzeit 27 Per­so­n­en als “rel­e­vant” eingestuft, das heißt 27 Per­so­n­en treten in der recht­sex­tremen Szene regelmäßig aktiv als Straftäter in Erschei­n­ung. Vor einem Jahr, zu Beginn der Tomeg-Arbeit, habe diese Zahl noch bei 46 gele­gen, erk­lärte Barthel. Im Laufe des Jahres hät­ten sich Per­so­n­en aus der aktiv­en Szene zurück­ge­zo­gen, zwei Rädels­führer seien ver­haftet worden. 

Zählt man die “krim­inellen Kar­ri­eren” dieser 27 Straftäter zusam­men, kommt man Barthel zufolge auf eine Gesamt­summe von 400 Straftat­en. Mit anderen Worten: Ins­ge­samt 400 Delik­te gehen auf das Kon­to dieser 27 Jugendlichen. Der Kat­a­log der Tat­en reicht vom Raub bis zur Kör­per­ver­let­zung. Zehn Prozent der Delik­te hat­ten einen poli­tis­chen Hintergrund. 

Diese 27 Per­so­n­en gehören nach Infor­ma­tio­nen des Tomeg-Leit­ers alle­samt der 2. Gen­er­a­tion an. Sechs der unter Beobach­tung Ste­hen­den sind zwis­chen 14 und 18 Jahre alt, zwölf zwis­chen 18 und 21, und neun älter als 21 Jahre. Die Polizei spricht von ein­er 2. Gen­er­a­tion, um eine Abgren­zung zur so genan­nten 1. Gen­er­a­tion tre­f­fen zu kön­nen. Zu dieser zählen diejeni­gen Straftäter aus der recht­en Szene, die Anfang bis Mitte der 90er Jahre im Bere­ich Rathenow/Premnitz aktiv waren. Diese Täter treten Barthel zufolge heute strafrechtlich kaum noch in Erscheinung. 

Barthel betonte, dass die Soko Tomeg neben der Strafver­fol­gung vor allem auf der präven­tiv­en Schiene tätig gewor­den sei. “Seit Beste­hen der Soko haben die Tomeg-Mitar­beit­er über 300 Gespräche mit etwa 40 Insti­tu­tio­nen, Schulen, Vere­inen und Eltern durchge­führt”, sagte Barthel. “Weit­er­hin fan­den 13 Gespräch­srun­den zum The­ma Extrem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit an Schulen statt, an denen 400 Schüler teilnahmen.”

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