27. November 2001 · Quelle: ASN Cottbus

Doku zu Cottbusser Chaostagen

Auf http://www.zelle79.info/ctd ist eine Doku­men­ta­tion erschienen, die sich mit den Ereignis­sen um die “Chaostage” im August 2001 in Cot­tbus befasst.

Gerücht­en zufolge sollte Anfang August in Cot­tbus ein Tre­f­fen von Punks stat­tfind­en. Kom­mu­nalver­wal­tung, Polizei und einige Medi­en ent­war­fen daraufhin ein Bedro­hungsszenario, in dessen Folge eine Ver­botsver­fü­gung erlassen und ein mas­siv­er Polizeiein­satz ges­tartet wurde.

Nur kamen gar keine met­zel­nden Hor­den von Punks und Autonomen…
Stattdessen waren (meist Cot­tbuser) Jugendliche von Maß­nah­men eines enor­men Polizeiaufge­bots betrof­fen.

Es wur­den bei dem Ein­satz nach Polizeiangaben 133 Aufen­thaltsver­bote aus­ge­sprochen. Etliche Jugendliche wur­den in Gewahrsam genom­men. In der Regel erfol­gten diese Maß­nah­men, weil Jugendliche auf­grund ihres indi­vidu­elleren Klei­dungsstils von Polizeibeamten willkür­lich als
“Chaostage”-Teilnehmer klas­si­fiziert wur­den. Betrof­fen waren neben Punks genau­so Skater, Hiphop­er oder alter­na­tive Jugendliche. Trotz durchge­hend ruhiger Lage hat­te die Polizei eine sehr niedrige Ein­greif­schwelle — Betrof­fene hat­ten den Ein­druck, dass Polizis­ten
Aufen­thaltsver­bote nach dem “Gießkan­nen­prinzip” verteil­ten.

Die Doku­men­ta­tion soll die Sicht der Betrof­fe­nen auf diesen
Polizeiein­satz darstellen. Sie soll zu ein­er kri­tis­chen
Auseinan­der­set­zung mit den konkreten Ereignis­sen und mit dem zunehmenden Abbau von Grund- und Bürg­er­recht­en anre­gen.

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