18. August 2008 · Quelle: Antifa Westhavelland

Dubioser Sicherheitsdienst

Wir sind seit mehr als 13 Jahren im Sicher­heits­gewerbe ein flex­i­bles und diskret arbei­t­en­des Team” eröffnet der Ein­leitung­s­text auf der Inter­net­seite des Prem­nitzer Sicher­heits­di­en­stes “Secu­ri­ty Zarnikow” dem inter­essierten Besuch­er, um ihm ver­tiefend auf das “The­ma Sicher­heit” aufmerk­sam zu machen, welch­es, so Zarnikow auf sein­er Web­side, auf­grund “rapi­de zunehmender krim­ineller Delik­te” einen “immer größeren Stel­len­wert in unser­er Gesellschaft” ein­nimmt und deshalb ein Unternehmen mit “höch­ste® Qual­ität” erfordert.

Erstaunlicher­weise hat dieses so anspruchsvolle Unternehmen jedoch keine Prob­leme damit gewalt­tätige (Neo)nazis, die seit Jahren im regionalen Kam­er­ad­schaftsm­i­lieu aktiv sind, aufzunehmen und für den “Schutz” öffentlich­er Ver­anstal­tun­gen abzustellen.

Am Sam­stag, den 9. August 2008, waren so beispiel­sweise Mau­rice Kindt und Jör­gen Cep­pok während der Fußbal­l­lan­despokalbegeg­nung Chemie Prem­nitz gegen Stahl Bran­den­burg als Ord­ner im Gäste­block einge­set­zt. Ihr Auf­trag: Auss­chre­itun­gen gewalt­bere­it­er Fans des FC Stahl Bran­den­burg zu unterbinden. Trotz­dem oder ger­ade deswe­gen gelangten gewalt­bere­ite Stahlhools und (Neo)nazis in den Heim­block der als “rot” gel­tenden Chemiefans um dort Auseinan­der­set­zun­gen zu provozieren. Erst die Polizei been­dete die Sit­u­a­tion, während die Zarnikow — Ord­ner sich abseits des Geschehens son­nten.

Kindt und Cep­pok sowie die “Secu­ri­ty Zarnikow” sel­ber waren bere­its im Jahr 2002 ins Gerede gekom­men, da das Unternehmen damals Mit­glieder der Kam­er­ad­schaft “Hauptvolk” beschäftigte und unter anderem den Auf­trag für den “Schutz” des Flüchtling­sheims in Rathenow inne hat. Nach öffentlichem Druck musste sich Zarnikow schließlich vom Heim zurückziehen und die “Hauptvolk” — Mit­glieder, darunter Mau­rice Kindt, offiziell ent­lassen. Cep­pok wurde nicht ent­lassen, da er sich ange­blich vom Milieu gelöst hat­te.

Tat­säch­lich wurde jedoch wed­er Kindt wirk­lich aus dem Unternehmen zurück­ge­zo­gen, noch hat­te sich Cep­pok aus der (neo)nazistischen Szene ver­ab­schiedet.

Zarnikow täuschte vielmehr wissentlich die Öffentlichkeit um die (Neo)nazis für seine Zwecke im Unternehmen zu hal­ten.

Bemerkenswert ist dies­bezüglich auch das Stillschweigen der Prem­nitzer Stadtver­wal­tung, trotz des “Skan­dals” aus dem Jahr 2002 wur­den keine Sank­tio­nen gegen die Frei­heit­en, die sich Herr Zarnikow in “sein­er” Stadt her­aus­nimmt, ver­hängt.
Kein Wun­der — Zarnikow ist ein­er der ange­se­hend­sten Unternehmer in Prem­nitz, da er in der wirtschaftlich schwachen Kle­in­stadt unge­fähr 70 Arbeit­nehmer beschäftigt und sich neben seinem “Sicher­heits­di­enst” durch eine Zweigfir­ma auch noch für den Brand­schutz im Stadt­ge­bi­et zuständig fühlt.

Da ist es dann auch möglich, dass selb­st verurteilte Gewalt­täter und Ange­hörige ver­boten­er Kam­er­ad­schaften — ent­ge­gen den gel­tenden Vorschriften — im Wach­schutzbere­ich tätig sein dür­fen.

Bild 1: Jör­gen Cep­pok und Mau­rice Kindt als Mitar­beit­er der “Secu­ri­ty Zarnikow” während des Fußball­spiels “Chemie Prem­nitz” gegen “Stahl Bran­den­burg”

Bild 2: Mau­rice Kindt (1.v.l.) während des NPD Auf­marsches am 16. Juni 2007 in Rathenow

Bild 3: Mau­rice Kindt und Jör­gen Cep­pok auf ein­er “Geburt­stags­feier” beim ver­bote­nen “Sturm 27” (“Jugend­gruppe” der ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft “Hauptvolk”) am 16. April 2005

Bild 4: Bemerkenswert ist auch das Hak­enkreuz — T‑Shirt von Mar­tin Kro­ne im Hin­ter­grund

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