19. Mai 2005 · Quelle: MAZ

Ehrung für jüdischen Mitbürger

(THOMAS WACHS, MAZ) TREUENBRIETZEN Angesichts des 60. Jahrestages des Kriegsendes wollen die Sabinchen­städter nun auch ihres ein­sti­gen Mit­bürg­ers Paul Slo­tows­ki gedenken.

Der jüdis­che Kauf­mann hat­te nach der “Reich­skristall­nacht” am 9. Novem­ber 1939, als deutsch­landweit die von den Nazis ini­ti­ierten Über­griffe auf Juden began­nen, Treuen­bri­et­zen ver­lassen. Er ging daraufhin nach Berlin, von wo aus er im Rah­men der all­ge­meinen Depor­ta­tio­nen schließlich in ein Konzen­tra­tionslager abtrans­portiert und dort getötet wor­den war.

An diese Ereignisse sollen kün­ftig ein Gedenkstein oder eine Tafel an der Stelle seines ein­sti­gen Wohn­haus­es erin­nern. Diesen Antrag brachte die Frak­tion des Stadt­fo­rums kür­zlich in den Auss­chüssen der Stadtverord­neten­ver­samm­lung ein. Dort traf der Vorschlag all­ge­mein auf Zus­tim­mung der übrige Frak­tio­nen, die allerd­ings noch genauere Infor­ma­tio­nen zum genaueren Schick­sal Slo­towskis wün­scht­en.

In welch­er Form die Ehrung zum 9. Novem­ber dieses Jahres dann vorgenom­men wird, soll daher zunächst noch ein­mal berat­en wer­den. Denkbar wäre eine Granittafel, die in den Boden vor dem Wohn- und Geschäft­shaus ein­ge­lassen wer­den kön­nte, gab Andreas Bruns die Vorstel­lun­gen des Stadt­fo­rums wieder. Einen Vorschlag dazu soll die Stadtver­wal­tung bis zum Novem­ber erar­beit­en und abstim­men lassen.

Gek­lärt wer­den sollen bis dahin auch die genaueren Begeben­heit­en um den Wegzug und die Umstände des Todes von Paul Slo­tows­ki. Er hat­te einst sein Geschäft in der Großs­traße, unmitel­bar zwis­chen dem heuti­gen Drogeriemarkt und dem Imbiss.

Das Gebäude selb­st ste­ht heute nicht mehr, da es in den let­zten Kriegsta­gen des Jahres 1945 bei Bombe­nan­grif­f­en zestört wor­den war. Wie der Chef des Heimatvere­ines, Wolf­gang Ucksche, der MAZ sagte, sei das Schick­sal Slo­towskis weit­ge­hend gek­lärt. So kon­nte her­aus­ge­fun­den wer­den, dass er am 24. Okto­ber 1941 mit dem zweit­en großen Trans­port von Berlin aus in ein Konzen­tra­tionslager nach Liet­z­mannstadt, dem heuti­gen Lodz, deportiert wor­den war. Dort sei er dann umgekom­men.

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