8. März 2004 · Quelle: MAZ

Ehrung für Widerstandsgruppe

(MAZ, 05.03.04) LUCKENWALDE Eine Gedenk­tafel für die Wider­stands­gruppe “Gemein­schaft für Frieden und Auf­bau” wurde gestern auf dem Luck­en­walder Bahn­hofsvor­platz von
Bürg­er­meis­terin Elis­a­beth Her­zog-von der Hei­de eingewei­ht. Geehrt wer­den damit jene Men­schen, die während des Zweit­en Weltkrieges zum Wider­stand gegen das Nazi-Regime aufgerufen und durch per­sön­lichen Ein­satz zahlre­ichen Juden das
Leben gerettet hatten. 

Der Bahn­hofsvor­platz wurde als Ort für die Tafel gewählt, weil sich damals dort die Wege viel­er Wider­stand­skämpfer kreuzten. Unter­ge­tauchte Juden aus Berlin kamen am Bahn­hof an und auch Flug­blät­ter wur­den dort hindurchgeschleust
und in andere Städte gebracht. 

Elis­a­beth Her­zog-von der Hei­de würdigte die Men­schen, “die ungeachtet ihrer poli­tis­chen Überzeu­gung oder ihrer Herkun­ft mit Tugen­den wie Mit­men­schlichkeit, Tol­er­anz und Gerechtigkeit Zivil­courage gezeigt haben”. Neben dem Gedenken “an diese Men­schen und deren große Tat­en” rief die Bürg­er­meis­terin dazu auf, auch in der Gegen­wart solche Tugen­den “für sich als wichtig zu erachten”. 

Als Zeitzeu­gen waren gestern auch Eugen Her­man-Friede (77) und Ruth-Win­kler-Kühne (73), die Tochter von Hans und Frie­da Win­kler, dabei. Eugen Her­man-Friede hat­te damals bei Fam­i­lie Win­kler in der Bis­mar­ck-Straße (heute Karl-Marx-Straße) in Luck­en­walde unter­tauchen kön­nen. Zu den noch leben­den Zeitzeu­gen gehört auch Gün­ter Nau­mann (82) aus Schar­fen­bück, der gestern aus gesund­heitlichen Grün­den nicht dabei sein konnte. 

His­torik­erin Bar­bara Schieb aus Berlin hat die Aktiv­itäten der Wider­stands­gruppe “Gemein­schaft für Frieden und Auf­bau” erforscht und mehrere Pub­lika­tio­nen her­aus­gegeben. Bar­bara Schieb führte gestern durch die anschließende Ver­anstal­tung “Luck­en­walder Stadtgeschichte(n)” im Rathaus.

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