8. März 2004 · Quelle: MAZ

Eine Frage der Lobby

(MAZ, 05.03.04) NEURUPPIN Einiger­maßen beruhigt hat sich Mar­garete Jung­blut — wirk­lich ver­ste­hen kann Neu­rup­pins Sozialdez­er­nentin den poli­tis­chen Druck auf das
Jugend­freizeitzen­trum (JFZ) nicht. In geheimer Abstim­mung hat­te der Haupt- und Finan­zauss­chuss am Mon­tag beschlossen, den Betrieb­skosten­zuschuss ans JFZ ab April auf Eis zu leg­en — wenn der Klub bis dahin keine Spar­vorschläge macht. “Wo bleibt denn da die Gle­ich­be­hand­lung?”, fragt sich Mar­garete Jung­blut. “Sind Mit­ten­drin und IJN denn anders?”

Seit die städtis­chen Mit­tel für Betrieb­skosten­zuschüsse jedes Jahr knap­per wer­den, teilen JFZ, Jugend­wohn­pro­jekt Mit­ten­drin und die Ini­tia­tive Jugen­dar­beit (IJN) das Jahres­bud­get für Jugen­dein­rich­tun­gen gerecht durch
drei. Zum Sparen gezwun­gen werde nun aber nur das JFZ, kri­tisiert die Vize­bürg­er­meis­terin und empfind­et das wiederum als ungerecht.

Dem JFZ-Team spricht sie damit aus dem Herzen. Doch Vor­stand Richie Neu­mann glaubt zu wis­sen, warum Mit­ten­drin und IJN in der Spar­diskus­sion ungeschoren davonkom­men. “Sie haben ein­fach die stärkere Lob­by”, sagt er. IJN-Chef
Andreas Haake sitzt für Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Stadt­par­la­ment, Mit­ten­drin-Chefin Ker­stin Kroll für die PDS. Sie leit­et den Haupt- und Finan­zauss­chuss und hat
am Mon­tag, als es um das JFZ ging, mit abges­timmt.

Der JFZ-Vor­stand rüstet sich nun für die Flucht nach vorn. “Vielle­icht soll­ten wir die Stadtverord­neten ein­fach mal zu uns ein­laden”, über­legt Richie Neu­mann, “damit alle wis­sen, worüber sie reden.” Im Stadt­par­la­ment kur­sieren
Gerüchte, wonach das JFZ Woche für Woche immense Sum­men erwirtschaftet. “Der Laden macht einen Umsatz für zehn Kneipen”, glaubt beispiel­sweise Wolf­gang Pas­son (Pro Rup­pin).

“Wir haben unseren Wirtschaft­s­plan offen gelegt”, erwidert Neu­mann. “Den hätte jed­er ein­se­hen kön­nen.” Doch als die JFZ-Vorstände im Feb­ru­ar zum geforderten Prüfge­spräch ins Neu­rup­pin­er Rathaus kamen, saßen ihnen lediglich drei
Abge­ord­nete gegenüber.

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