11. Oktober 2005 · Quelle: PNN

Ein Freund rief: Toni, du brennst!“

Werder – Drit­ter Ver­hand­lungstag im Prozess um den Bran­dan­schlag auf das Werder­an­er City-Café am 29. Dezem­ber 2004: Seit dem 23. Sep­tem­ber müssen sich Wern­er G. (41), Daniel K. (23) und Stephan L. (19) wegen ver­sucht­en Mordes, ver­suchter schw­er­er Brand­s­tiftung sowie gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung vor Justi­tia ver­ant­worten. Restau­rant­be­treiber Fahret­tin A. (40) erin­nerte sich gestern: „Ein Gast sagte, dass er und seine Fre­unde von anderen Gästen belästigt wür­den.“ Da die Pöbeleien andauerten, habe er die Stören­friede schließlich gebeten, das Lokal zu ver­lassen, sie später mit seinem Brud­er hin­aus­be­gleit­et, so der Gas­tronom.

„Draußen ging der Älteste der Män­ner auf meinen Brud­er los. Ich wehrte ihn ab. Da dro­hte er, mir eine Kugel in den Kopf zu jagen, beschimpfte uns als Scheiß-Türken und Kanaken.“ Allerd­ings habe er das nicht son­der­lich ernst genom­men. „Mir ging es darum, die Sit­u­a­tion zu entschär­fen.“ Vor der Tür sei es zu kein­er­lei Hand­grei­flichkeit­en von sein­er Seite gekom­men, beteuerte Fahret­tin A. Damit wider­sprach er den Bekun­dun­gen der Angeklagten Wern­er G. und Daniel K. Sie hat­ten am zweit­en Ver­hand­lungstag überee­in­stim­mend erk­lärt, Fahret­tin A. und sein jün­ger­er Brud­er hät­ten sie nach dem Hin­auswurf aus der Gast­stätte geschla­gen und getreten.

Um sich für den Rauswurf aus der Gast­stätte zu rächen, sollen die Werder­an­er vier Molo­tow-Cock­tails hergestellt, Stephan L. dann einen der Brand­sätze durch eine Scheibe des Lokals geschleud­ert haben. Die Haare eines unmit­tel­bar dahin­ter sitzen­den Gastes fin­gen Feuer. Panik brach aus. (PNN berichteten).

„Ich feierte ger­ade meinen Geburt­stag“, erin­nerte sich Toni S, (20) im Zeu­gen­stand. Sobald die Angeklagten das City-Café betreten hät­ten, sei es zu mas­siv­en Stänkereien mit der Gruppe der Feiern­den gekom­men. „Die macht­en auch noch andere Gäste an. Ich bat den Wirt, das zu unterbinden. Andern­falls wür­den wir die Rech­nung ver­lan­gen“, so der Stu­dent. Nach­dem das Trio der Lokalität ver­wiesen wor­den war, sei etwa 20 Minuten später „der Brand­satz durch die Scheibe geflo­gen“. „Ein Fre­und rief, Toni, du brennst. Ich bin auf die Bank gesprun­gen, habe mir das T‑Shirt vom Leib geris­sen. Meine Haare waren angeschmort.“

Der Wirt erzählt: „Mein Brud­er und ich grif­f­en uns zwei Feuer­lösch­er und erstick­ten die Flam­men im Lokal. Dann ver­suchte ich, die Gäste zu beruhi­gen. Ein Mäd­chen kon­nte über­haupt nicht mehr aufhören zu zit­tern.“ Die Kell­ner­in, die damals im City-Café arbeit­ete, weilt inzwis­chen in Aus­tralien. Deshalb wurde ihre richter­liche Aus­sage ver­lesen. Derzu­folge seien die drei Angeklagten im Laufe des Abends immer aggres­siv­er gewor­den, so dass sie sich schließlich geweigert habe, sie weit­er zu bedi­enen. Der Prozess wird fort­ge­set­zt.

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