12. Dezember 2009 · Quelle: Antifa Westhavelland

Ein Ort der Vielfalt?

Rathenow - (Neo)nazis betreiben Glühweinstand auf dem Rathenower Weihnachtsmarkt

Wei­h­nacht­en — für viele die schön­ste Zeit des Jahres — ste­ht vor der Tür. Um auch die Rathenow­er Bevölkerung auf die bevorste­hen­den Wei­h­nachts­feiertage einzus­tim­men, wurde am 4. Dezem­ber 2009 auf dem Märkischen Platz der jährliche Wei­h­nachts­markt eröffnet. Umgeben von Tan­nen und mit vie­len Stän­den für jung und alt verse­hen, lädt der Wei­h­nachts­markt zu einem gemütlichen Beisam­men­sein mit Fre­un­den, Ver­wandten oder Bekan­nten ein. Dürfte men­sch meinen.

Tat­säch­lich kon­nte bei genauer­er Betra­ch­tung hin­ter einem Verkauf­s­stand für Glüh­wein der Rathenow­er (Neo)nazi Ben­jamin Kuhirt, der als ein­er der Rädels­führer der ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft “Sturm 27” gilt, erkan­nt wer­den. Dafür bekam er von der Stadt, die noch am 25. Mai dieses Jahres für ihr Engage­ment gegen “Recht­sex­trem­is­mus” aus­geze­ich­net wurde, einen Gewerbeschein. 

Schon beim ersten vor­beige­hen, lässt sich dann auch die bevorzugte Kund­schaft dieses Standes erah­nen. So sind neben dem ehe­ma­li­gen Vor­sitzen­den des NPD Stadtver­ban­des Mar­cell Hor­lebeck, gegen den zurzeit eine Gerichtsver­hand­lung wegen Kör­per­ver­let­zung läuft, täglich auch zahlre­iche andere (Neo)nazis an diesem Stand anzutreffen.

Damit jedoch nicht genug. Per­so­n­en die nicht in das (neo)nazistische Welt­bild passen, mussten bere­its, aus­ge­hend von diesem Verkauf­s­stand, durch ver­bale Aggres­sio­nen und Rem­peleien erfahren, dass sie auf diesem Wei­h­nachts­markt nicht willkom­men sind.

Wir fordern die Stadtver­wal­tung deshalb auf kün­ftig umsichtiger bei der Organ­i­sa­tion ihrer Fes­tiv­itäten zu ver­fahren und sich ihr dur­chaus pos­i­tives Engage­ment gegen (Neo)nazis in den let­zten Jahren nicht durch solche Rückschläge negieren zu lassen.

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