13. Oktober 2007 · Quelle: Inforiot

Ein Protest mit Sekt und Brezeln

Am Fre­itag, den 12.10.2007 sollte der Mas­ter-Stu­di­en­gang Mil­i­tary Studies/Militärsoziologie am Neuen Palais an der Uni Pots­dam feier­lich eröffnet wer­den- doch dazu kam es nicht, jeden­falls nicht im Sinne der Veranstalter_innen.

Die Kam­pagne “no mil­i­tary stud­ies” rief im Vor­feld zum laut­starken Protest gegen den neu geplanten Stu­di­en­gang, an welchem das Mil­itärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr(MGFA) und dem Sozial­wis­senschaftlichen Insti­tut der Bundeswehr(SOWI) mitwirken soll, auf. Gegen 16 Uhr sam­melten sich einige Protestierende vor dem Gebäude der Philosophis­chen Fakultät. Die Ein­gangstür wurde mit dem Schild “Muni­tion­saus­gabe” bek­lebt, 2 Demonstrant_innen hiel­ten davor in Rit­terklei­dung Wache, während am Ein­gang mit Marschmusik und Flug­blät­tern weit­ere Protestierende begrüßt wurden.

Nach etwa zehn Minuten schlossen sich ca. 30 Gegner_innen der Ver­anstal­tung laut­stark an- Tis­chk­lopfen, Marschschritte, Sprüche wie “Mehr, mehr,mehr, Mil­itär muss her” störten die Aus­führun­gen des Ref­er­enten und Dekan Koerner.

Trans­par­ente wie “Bun­deswehr raus aus der Uni” und “Mil­i­taris­ten stören, egal wie” hin­gen an der Tafel.

Da es so laut war, musste in einen anderen Raum umge­zo­gen wer­den- wieder schlossen sich die Protestieren­den laut­stark in Marschrhyth­mus dem Zug an. Der Raum war jedoch weitaus klein­er, so dass der weit­ere Protest im Flur des Unige­bäudes kund­getan wer­den musste. Dort disku­tierten die Protestteilnehmer_innen mit dem Dekan, der zunächst auf sein Haus­recht behar­rte. Jedoch ste­he er Rede und Antwort und freue sich über kri­tis­che Diskus­sions­beiträge, allerd­ings nur, wenn diese im Hör­saal auf akademis­ch­er Basis geführt wür­den. Körn­er: “Die Sache war span­nend und lustig, aber jet­zt soll­ten Sie uns an die Rei­he lassen!”. Die Forderung der Protestieren­den war ein­deutig — die Bun­deswehr soll “abhauen”. In fol­gen­den Diskus­sio­nen auf dem Flur vertei­digte Koern­er den neuen Stu­di­en­gang, da trotz der organ­isatorischen und finanziellen Ein­bindung der Bun­deswehr eine angemessen kri­tis­che Auseinan­der­set­zung mit dem Mil­itär in den Lehrver­anstal­tun­gen gewährleis­tet sei. Eine klares State­ment for­mulierte ein Protest­teil­nehmender: Wis­senschaft müsse kri­tisch sein, jedoch sei dies nicht möglich wenn eine finanzielle wie auch per­son­elle Abhängigkeit von der Bun­deswehr gegeben ist. Wis­senschaft dürfe nicht inter­es­sen­geleit­et sein. Und für eine freie, unab­hängige Wis­senschaft plädierte auch die vierköp­fige Clowns-Army. Sie schloss sich mit Gesang, schrillen Trompe­tengeräuschen, the­atralis­chen Insze­nierun­gen und einem “Kri­i­ieech-Spiel” dem Protest an.

Trotz Sekt und Brezeln, welche von den Veranstalter_innen an die Demon­stri­eren­den verteilt wurde, hielt der Protest weit­er­hin an. Nach über 90 Minuten ver­ließen die ca.10 Veranstaltungsteilnehmer_innen durch den “beset­zten” Flur das Gebäude.Ein erster Erfolg für die Anti­mil­i­tarist_in­nen- oder wie es ein Protestieren­der zwis­chen­durch for­mulierte: “Gut, dass wir in diesem Rah­men für die Vor­lesun­gen üben!” Let­z­tendlich kon­nte die Ver­anstal­tung wed­er feier­lich eröffnet noch durchge­führt werden.

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