20. April 2004 · Quelle: MAZ

Eine rechtsextremistische “Karriere” in sechs Stationen

WITTSTOCK In der Witt­stock­er St.-Marien-Kirche wer­den kün­ftig häu­figer
Ver­anstal­tun­gen ange­boten, das Gotte­shaus öffnet sich einem noch größeren
Pub­likum. Hin­ter­grund ist auch die finanzielle Beteili­gung des Lan­des an der
drin­gen­den Sanierung des Kirchen­daches. So wird es im Juni eine Ausstel­lung
über Gefahren durch Recht­sex­trem­is­mus geben. Der Titel: “Die braune Falle -
Eine recht­sex­trem­istis­che Kar­riere”.

Die Ausstel­lung des Bun­de­samtes für Ver­fas­sungss­chutz wurde in diesem Jahr
bere­its in Schw­erin gezeigt. Witt­stock ist vor­läu­fig der einzige
Ausstel­lung­sort im Land Bran­den­burg. Eröff­nung in der St.-Marien-Kirche soll
am 3. Juni sein. Super­in­ten­dent des Kirchenkreis­es, Heinz-Joachim Lohmann,
will ver­suchen, Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm als Eröff­nungs­gast zu gewin­nen.
Rund zwei Wochen wird sie in Witt­stock gezeigt, danach wan­dert die
Ausstel­lung nach Berlin weit­er.

Vor allem Jugendliche sollen ange­sprochen wer­den. Die Ausstel­lung zeigt eine
“recht­sex­trem­istis­che Kar­riere” in sechs Sta­tio­nen. “Mario S.” ist ein
Jugendlich­er wie viele andere. Schule lang­weilt ihn, die Eltern
inter­essieren sich kaum für seine Prob­leme, er hat nur wenige Fre­unde. Das
macht ihn anfäl­lig für die recht­sex­trem­istis­che Szene. In Wort und Bild wird
dann gezeigt, wie und warum junge Leute in die “braune Falle” tap­pen.

Dabei informiert die Ausstel­lung über den typ­is­chen Musikgeschmack der
Szene, die Ver­bre­itung recht­sex­trem­istis­chen Gedankenguts im Inter­net, das
zweifel­hafte “Kam­er­ad­schafts­ge­fühl”, über die unter­schiedlichen
Grup­pierun­gen und Pub­lika­tio­nen. Gezeigt wird, wie Mario S. vom Ver­führten
zum Ver­führer wird. Es gibt Infotafeln zur recht­sex­trem­istis­chen
Weltan­schau­ung und ihren Wurzeln. Den Abschluss bilden die The­men
“Recht­sex­trem­istis­che Gewalt” und “Aussteiger” sowie das Faz­it: “Demokratie
schützen” und “Zivil­courage zeigen”.

Beson­ders Schulen und Jugend­klubs der Region sind ein­ge­laden, die
umfan­gre­iche Ausstel­lung zu besuchen. Neben den Infotafeln soll es auch ein
PC-Ter­mi­nal geben, das einen kom­pak­ten Überblick über die The­men erlaubt.

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