21. April 2004 · Quelle: MAZ

Verstärkung für die Polizei

(MAZ, Juliane Wag­n­er) NEURUPPIN Die Neu­rup­pin­er Polizei bekommt Ver­stärkung. Zehn Neu­rup­pin­er sollen auf Streife durch die Stadt geschickt wer­den. Mit einem
entsprechen­den Antrag hat sich am Mon­tagabend die gemein­same Frak­tion von CDU und FDP in der Stadtverord­neten­ver­samm­lung durchge­set­zt. 16 Abge­ord­nete stimmten der so genan­nten Sicher­heitspart­ner­schaft zu, elf sprachen sich
dage­gen aus, drei enthiel­ten sich. 

Nach dem Willen der Mehrheit sollen die Sicher­heitspart­ner­schaften so schnell wie möglich abgeschlossen wer­den. Frei­willige wer­den mit Ausweis,
Schreibzeug, Handy und Taschen­lampe aus­ges­tat­tet und sollen bösen Buben gegen eine monatliche Aufwand­sentschädi­gung von 25 Euro das Handw­erk legen. 

Die Bürg­er­streife ist umstrit­ten. Die CDU erhofft sich von der Sicher­heitspart­ner­schaft zwis­chen Polizei und aus­ge­sucht­en Neu­rup­pin­ern einen deut­lichen Rück­gang der Kosten, die durch Van­dal­is­mus entstehen.
Durch­schnit­tlich 40 000 Euro gibt die Stadt pro Jahr aus, um Schä­den zu beseit­i­gen. “Es verge­ht kaum ein Tag, an dem nicht irgen­det­was von krim­inellem Gewicht geschieht”, sagt Klaus-Eber­hard Lütticke (CDU), der als Richter am Landgericht arbeit­et. Ord­nung und Sicher­heit seien die
Grundpfeil­er der kom­mu­nalen Entwick­lung, so Lütticke. 

Bedenken hat hinge­gen vor allem die PDS. “Ich glaube nicht, dass mit ver­stärk­ter Repres­sion die Ursache von Van­dal­is­mus beseit­igt wird”, sagte Ron­ny Kretschmer und ver­weigerte dem Antrag seine Zus­tim­mung. Kay Noeske-Heisinger (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) find­et, jed­er solle mehr Zivil­courage zeigen. “Viele drehen sich ein­fach weg”, beklagt auch Dieter
Böttch­er (SPD). Und Bürg­er­meis­ter Otto Theel (PDS) fürchtet “die Wieder­errich­tung des Ord­nungsstaates”. Auch Hel­mut Kolar (Bürg­er­bünd­nis) kann sich mit ein­er Bürg­er­streife nicht recht anfre­un­den. CDU und FDP warf er vor, Grund­lage ihres Antrags sei “ein neg­a­tives Men­schen­bild”. Natürlich
könne man Polizis­ten vor den Jugend­klub stellen, sagte Kolar. “Aber erre­icht man damit die Köpfe und Herzen der Men­schen?” Heinz Liebig (PDS) bezweifelt, dass zehn Leute das Prob­lem in den Griff bekommen. 

Im gesamten Land Bran­den­burg gibt es bis­lang etwa 120
Sicher­heitspart­ner­schaften. In eini­gen Städten läuft das so genan­nte Bran­den­burg­er Mod­ell gut, andere haben die Part­ner­schaften wieder aufgegeben.

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