21. April 2004 · Quelle: MAZ

Situation ist angespannt

(MAZ, René Gaffron) BELZIG — Es ist nicht aus­geschlossen, dass es in abse­hbar­er Zeit zu gewalt­täti­gen Auseinan­der­set­zun­gen zwis­chen den links- und rechts­gerichteten (Jugend-)Gruppen in der Kur- und Kreis­stadt kommt. “Die Sit­u­a­tion ist unklar und anges­pan­nt”, schätzt Alfons Ste­fa­ni­ak, Leit­er der Polizei­wache Belzig,
ein. Er mah­nt alle Beteiligten, “sich vernün­ftig zu bewe­gen”.

Der Kon­flikt schwelt bekan­ntlich seit mehreren Wochen. Während sich in der MAZ-Lokalredak­tion die anony­men, ein­seit­i­gen Darstel­lun­gen von ange­blichen
Über­grif­f­en der jew­eils anderen Seite häufen, müssen Beamte der Polizei­wache Belzig ver­stärkt Anzeigen prüfen und Präsenz im Umfeld divers­er Ver­anstal­tun­gen zeigen.

Fakt ist: Doku­men­tiert mit Klebezettel‑, Flug­blat­tak­tio­nen sowie Aufmärschen der Preußis­chen Aktions­front will sich die Neon­aziszene bekan­ntlich vor Ort etablieren. Dem Vernehmen nach soll für den 8. Mai eine näch­ste Demon­stra­tion mit der Losung “Gegen die Befreiungslüge” geplant sein.

Seit voriger Woche hal­ten links­gerichtete Jugendliche die Kam­pagne “Die Antifa rockt Belzig”, unter­stützt von Info-Café “Der Winkel” und PDS-Ortsver­band dage­gen. Zu deren Abschluss haben sie für Sonnabend, 15 Uhr, zur Demon­stra­tion “Für eine pro­gres­sive linke Jugend­kul­tur — nie wieder
Faschis­mus!” aufgerufen. 200 Teil­nehmer, die aus Berlin, Bran­den­burg und Sach­sen-Anhalt anreisen sollen, wer­den dann vom Bahn­hof über den Klinken­grund in die Alt­stadt ziehen. Die Preußis­che Aktions­front hat erk­lärt, sie wird auf eine Gegen­demon­stra­tion verzicht­en.

Ungeachtet dessen wird der Ablauf dieser zuge­lasse­nen Ver­anstal­tung mit ein­er angemesse­nen Zahl an Ein­satzkräften abgesichert. Diese Auf­gabe scheint nach den Aus­sagen des Ersten Polizei­haup­tkom­mis­sars eben­so klar wie
schwierig. “Die Mei­n­ungsäußerung darf nicht in Sachbeschädi­gung oder kör­per­liche Angriffe — wom­öglich noch zum Schaden von Unbeteiligten — mün­den.”

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