2. Oktober 2013 · Quelle:

Eingeständnis: Neonazis sind Stammgäste in der Bierbar

Frankfurt/Oder: Inhaber der Bierbar nimmt Ängste der Nachbarschaft nicht ernst

 

Am 14. Sep­tem­ber berichtete der „Blick­punkt“ über die Bedro­hungssi­t­u­a­tion, mit der sich die Anwohner_innen der Berlin­er Straße 24 und der Bergstraße 189 auf­grund von recht­en Umtrieben in der „Bier­bar“ kon­fron­tiert sehen. Von deren Inhab­er, Gui­do Tiet­gen, wer­den unsere Äng­ste als Anwohner_innen jedoch offen­sichtlich nicht ernst genom­men.

So leugnet er, dass ein Lieder­abend mit dem Lie­der­ma­ch­er Björn Brusak am 9. August in der „Bier­bar“ stattge­fun­den habe. Gerne möcht­en wir die von Her­rn Tiet­gen im Blick­punkt aufge­wor­fene Frage beant­worten, wie aus einem Geburt­stagsständ­chen ein rechter Lieder­abend wer­den könne. Dies geschieht in dem Moment, wenn ein beken­nen­der Neon­azi zur Gitarre greift und Lieder der ver­bote­nen recht­en Gruppe Landser singt, das Pub­likum mit ein­stimmt und „Sieg Heil“ gerufen wird.

Den Aus­flücht­en und Ver­harm­lo­sun­gen der Ereignisse des Abends von Her­rn Tiet­gen ste­hen unsere Beobach­tun­gen sowie die Tat­sache ent­ge­gen, dass die Ver­anstal­tung von der Polizei aufgelöst wurde und Ermit­tlun­gen des Staatss­chutzes wegen Volksver­het­zung und der Ver­wen­dung von Kennze­ichen ver­fas­sungswidriger Organ­i­sa­tio­nen ein­geleit­et wur­den. Außer­dem wur­den ent­ge­gen der Behaup­tun­gen von Her­rn Tiet­gen in der Ver­gan­gen­heit immer wieder Per­so­n­en, die der recht­en Szene in der Stadt zuzuord­nen sind, in sein­er Kneipe gese­hen. Der Inhab­er der „Bier­bar“ gibt vor, sich vom rechtem Pub­likum in sein­er Bar sowie vom Recht­sex­trem­is­mus ins­ge­samt zu dis­tanzieren. Wir nehmen ihm das nicht ab, gibt er doch unumwun­den zu, dass der Neon­azi-Barde und sein Pub­likum Stam­mgäste gewe­sen seien. Ein klares Beken­nt­nis zu Demokratie und Antifaschis­mus und gegen recht­es Gedankengut ist nur dann glaub­würdig, wenn es Kon­se­quen­zen hat. Dies kön­nen wir bei Herr Tiet­gen nicht erken­nen.

 

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