25. August 2006 · Quelle: Hennigsdorfer Antifaschistische Initiative

Einladung zum Antirassistischen Einkaufen

In Hen­nigs­dorf leben etwa 300 Asyl­be­wer­ber. Sie haben eine oft­mals lebensgefährliche
Flucht hin­ter sich aus Län­dern, in denen ihnen poli­tis­che Ver­fol­gen, Folter oder
Mord dro­hen. Wenn sie endlich in Deutsch­land angekom­men sind, heißt das aber nicht,
dass sie sich hier nun ein freies Leben ohne Angst auf­bauen kön­nen. Die ständige
Angst vor der Abschiebung, die teil­weise men­sche­nun­würdi­gen Ver­hält­nisse in den
Asyl­be­wer­ber­heimen, die Pflicht, den Land­kreis nicht zu ver­lassen (Res­i­den­zpflicht)
und das soge­nan­nte „Gutschein­sys­tem“ stellen starke Ein­schränkun­gen durch den Staat
im Leben der Flüchtlinge dar, die darauf abzie­len, dass die Flüchtlinge Deutschland
frei­willig wieder ver­lassen, weil sie auch hier keine Zukun­ft sehen. 

Wir wollen uns diesen Schika­nen ent­ge­gen­stellen und sol­i­darisch mit den Flüchtlingen
sein, weil wir der Mei­n­ung sind, dass jed­er ein Recht auf ein freies,
selb­st­bes­timmtes Leben hat, egal wo!
Deswe­gen laden wir Sie dazu ein, sich am 08.09.2006 am „anti­ras­sis­tis­chen Einkaufen“
zu beteili­gen. Hier­bei wird das schon genan­nte Gutschein­sys­tem the­ma­tisiert. Da
Flüchtlinge in Deutsch­land per Gesetz (außer in sel­te­nen Aus­nah­me­fällen) nicht
arbeit­en dür­fen, sind sie auf Geld vom Staat angewiesen. Das Gutschein­sys­tem besagt,
dass Flüchtlinge, die weniger als drei Jahre in Deutsch­land leben, nur 40,90 ?
Bargeld im Monat erhal­ten. Dazu bekom­men Sie Gutscheine im Wert von 184,07 ?,
ins­ge­samt also weniger, als in Deutsch­land als absolutes Exis­tenzmin­i­mum gilt. Von
den Gutscheinen kön­nen die Flüchtlinge in bes­timmten Läden Lebens­mit­tel und Kleidung
kaufen, teil­weise wird ihnen das Wech­sel­geld ver­weigert, wodurch das eh zu geringe
Guthaben noch weit­er reduziert wird. Von dem biss­chen Bargeld müssen sie Fahrkarten,
Tele­fonkosten, Brief­marken, Sprachkurs, kul­turelle Ver­anstal­tun­gen und den für
Flüchtlinge so wichti­gen Anwalt finanzieren, was natür­lich nicht möglich ist.
Außer­dem unter­stützt das Gutschein­sys­tem die Ver­bre­itung von Ras­sis­mus in der
Gesellschaft, da der Ein­druck erweckt wird, Flüchtlinge kön­nten nicht mit Geld
umge­hen oder bekä­men zur Sicher­heit kein Bargeld, da sie damit son­st kriminelle
Machen­schaften etc. finanzieren würden. 

In vie­len Land­kreisen von Bran­den­burg und in fast ganz Berlin wurde das
Gutschein­sys­tem bere­its prob­lem­los abgeschafft. Außer­dem sparen diese Regio­nen eine
Menge Geld, da der Staat sich somit die Druck- und Ver­wal­tungskosten (jährlich etwa
16000 ?) der Gutscheine spart.
Es gibt keinen vernün­fti­gen Grund, an den Gutscheinen festzuhalten!

Sol­i­darisieren Sie sich mit den Flüchtlin­gen und kom­men Sie zum antirassistischen
Einkaufen. Dort kön­nen Sie gemein­sam mit Flüchtlin­gen einkaufen gehen, bezahlen mit
deren Gutscheinen und geben ihnen dafür das Bargeld in der gle­ichen Höhe. Es wird
voraus­sichtlich eine Trom­mel­gruppe spie­len und danach wird ein Film gezeigt und von
den Gutscheinen gekauftes Essen angeboten. 

Die Iso­la­tion der Flüchtlinge durchbrechen!

Das Gutschein­sys­tem abschaffen!

Also: Einkauf­szettel geschrieben, Beu­tel und Geld mitgenom­men und los gehts am 8.9.2006 um 17 Uhr am Havelplatz

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