15. Oktober 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Elternschule “Gegen Rechts” in Zehdenick

ZEHDENICK — “Das Ein­stiegsalter in die rechte Szene liegt bei elf bis zwölf Jahren”, sagt Mar­git­ta Fahr. Die Diplometh­nolo­gin und His­torik­erin weiß, wovon sie spricht. Als wis­senschaftliche Begleitung des mobilen Beratung­steams “Tol­er­antes Bran­den­burg” steckt sie in der Materie, hat sich jahre­lang mit der Szene nicht nur in Bran­den­burg, son­dern weltweit beschäftigt. Sie wird die Eltern­schule “Gegen Rechts” am Mittwoch, 23. Okto­ber, von 18.30 bis 21.30 Uhr im Zehdenick­er Jugend­klub “Bumerang” mod­erieren. Bei der Ver­anstal­tung geht es vor allem um “Codes” Recht­sradikaler, die so ver­schlüs­selt sind, dass sie nur geschul­ten Augen auf­fall­en.

So laufen Jugendliche häu­fig mit der augen­schein­lich harm­losen T‑Shirt-Auf­schrift “I believe in 14 words” herum oder ein­fach nur mit ein­er 14 als Auf­druck. Allerd­ings haben die 14 Worte eine recht­sex­treme Bedeu­tung. Im englis­chen Orig­i­nal stam­men sie vom amerikanis­chen Recht­sex­trem­is­ten David Lane und bedeuten: “Wir müssen die Exis­tenz unseres Volkes und eine Zukun­ft für weiße Kinder sich­er­stellen.” Ähn­lich ver­hält es sich mit der Zif­fer “88” auf Shirts. Der achte Buch­stabe des Alpha­bets ist ein H. Die Dop­pelacht ste­ht für “HH”, was all­ge­mein für “Heil Hitler” ste­ht. So gibt es weit­ere Zeichen und Sym­bole, die nur in der Szene oder von szenekundi­gen Leuten entschlüs­selt wer­den kön­nen.

Mit der Eltern­schule soll Erwach­se­nen das Wis­sen um recht­sex­trem­istis­che “Codes” ver­mit­teln. Der Jugend­klub will ver­suchen, Mit­men­schen dort zu sen­si­bil­isieren, wo noch wei­thin Unwis­senheit herrscht. Nicht zulet­zt wen­det sich das Ange­bot an Eltern, die mehr über Fall­stricke wis­sen wollen, über die ihre Kinder stolpern kön­nten.

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