18. Juni 2005 · Quelle: PNN

Endlich Freunde finden

(Ulrike Strube, PNN) „Ein kleines Stück Frei­heit“ hat Fidèle Touoyem gefun­den. Mitte April lernte der in Pots­dam lebende Asyl­be­wer­ber Petra Baum­gart und ihre Fam­i­lie ken­nen. Bei­de fan­den über das Pro­jekt „Eine Paten­schaft für Inte­gra­tion“ vom Aus­län­der­beirat der Stadt zueinan­der, das Anfang des Jahres ini­ti­iert wurde. 

Der Aus­län­der­beirat möchte Bürg­er gewin­nen, die den Zuwan­der­ern helfen bei ihren ersten Schrit­ten in der neuen Heimat, sagt Albana Gjo­ka, stel­lvertre­tende Vor­sitzende des Aus­län­der­beirates. Inte­gra­tion von Migranten sei nicht nur die Auf­gabe des Staates, son­dern sollte Anliegen aller Bürg­er sein. Durch den Kon­takt zu Ein­heimis­chen erhal­ten die Zuwan­der­er Ein­blick in den hiesi­gen All­t­ag und Hil­fe. Dadurch, so Albana Gjo­ka, kön­nen sie schneller inte­gri­ert wer­den. Auf den Aufruf des Beirates in Zeitun­gen melde­ten sich neun Asyl­be­wer­ber und acht deutsche Pat­en, die sich dann vor gut zwei Monat­en das erste Mal trafen. Darunter auch Fidèle Touoyem und Petra Baum­gart. Der Kameruner lebt seit 18 Monat­en in Pots­dam. Zunächst wohnte er im Über­gangswohn­heim in der Kirschallee, dann zog er zum Lerchen­steig. In sein­er Heimat, erzählt der 26-Jährige, habe er die Oppo­si­tion unter­stützt. Dafür kam er ins Gefäng­nis. „In ein­er Nacht- und Nebe­lak­tion wurde ich nach Deutsch­land geflo­gen.“ Der All­t­ag hier sei für ihn schw­er. Er kann Fernse­hen guck­en, ins Inter­net gehen und Fre­unde tre­f­fen. Doch arbeit­en darf er nicht. Kon­tak­te zu Pots­damern habe er zuvor kaum gehabt. Dabei belegte er an der Volk­shochschule zwei Deutschkurse. Nun könne er „endlich Fre­unde finden“. 

Auch Petra Baum­gart ist begeis­tert von der Idee des Aus­län­der­beirates. Die Neu Fahrlän­derin ist Lehrerin für Franzö­sisch, Chemie und Biolo­gie in Caputh. Seit län­gerem habe sie Kon­tak­te zu hier leben­den Aus­län­dern gesucht. Mit­tler­weile wer­den nicht nur ihr Leben und das ihrer Fam­i­lie durch die Tre­f­fen und zahlre­ichen Tele­fonate mit Fidèle Touoyem bere­ichert. In den ver­gan­genen Wochen habe er die Realschule in Caputh besucht und den Schülern über das Leben in sein­er Heimat berichtet. Auch fand dort ein Fußball­spiel zwis­chen Asyl­be­wer­bern und den Schülern statt. Für den kom­menden Herb­st plant die 46-Jährige Lehrerin eine Unter­richt­srei­he zum The­ma Kamerun. „Ger­ade für Schüler ist der Kon­takt zu Men­schen ander­er Kul­turen wichtig“, meint Petra Baumgart.

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