13. Februar 2011 · Quelle: linke Aktionsgruppe Eberswalde

Erfolgreiche Proteste im Barnim gegen den kommenden Castor

Das Barn­imer Anti-Cas­tor Aktions­bünd­nis hat am 12. Feb­ru­ar einen Aktion­stag gegen den kom­menden Cas­tor-Trans­port ver­anstal­tet, denn am 16. und 17. Feb­ru­ar wird voraus­sichtlich ein neuer Cas­tor mit hochra­dioak­tivem Atom­müll von Karl­sruhe in das Zwis­chen­lager nach Greifswald/Lubmin rollen, wo dieser Zwis­chen­ge­lagert wer­den soll. Dabei führt die Route eventuell auch durch den Barn­im. Ent­lang der Cas­torstrecke fan­den bun­desweit heute vielfältige Aktio­nen gegen die schwarz-gelbe Atom­poli­tik statt. Im Barn­im startete der Aktion­stag des Bünd­niss­es um 11 Uhr am Bahn­hof Bernau mit ein­er Kundge­bung, wo in diversen Rede­beiträ­gen auch auf die lokalen Ver­strick­un­gen von EnBW (Energie Baden-Würt­tem­berg AG) und EWE (Ems-Weser-Elbe Energie Konz­ern) aufmerk­sam gemacht wurde. EWE gehört zu 26 Prozent dem Energiekonz­ern EnBW, d. h. das EnBW auch eine Menge der Gewinne von EWE erhält und somit sich die Atom­lob­by direkt bere­ichert. Dieser, in Baden-Würt­tem­berg ansäs­sige Konz­ern unter­hält vier Atom­kraftwerke und der nahende Cas­tor-Trans­port kommt aus einem der vier, näm­lich aus Karl­sruhe. Somit beste­ht eine direk­te Verbindun­gen zwis­chen dem lokalen Energiean­bi­eter EWE und dem Konz­ern EnBW, weshalb EWE ein gutes Ziel für die Protes­tak­tio­nen darstellt.

Gegen 12 Uhr macht­en sich die Kundge­bung­steil­nehmerIn­nen dann mit dem Zug auf nach Biesen­thal, wo die näch­ste Kundge­bung dies­mal vor dem örtlichen EWE-Sitz statt fand. Auch dort waren durch die rege Teil­nahme der lokalen Bevölkerung etwa 60 Men­schen zusam­men gekom­men, die gegen die Atom­poli­tik protestierten und ein deut­lich­es Zeichen für Erneuer­bare Energien set­zten.

Da es sich um eine Wan­derkundge­bung han­delte, zogen die Protestieren­den dann weit­er zur näch­sten Sta­tion zum Eber­swalder Mark­t­platz direkt vor die Ser­vice-Stelle der EWE. Denn EWE set­zt sich außer­dem vehe­ment gegen Ökostrom ein, indem sie Beispiel­sweise vor dem Europäis­chen Gericht­shof gegen das Erneur­bare-Energien-Gesetz klagten, weshalb es unbe­d­ingt notwendig ist die Men­schen auf diese Konz­ern­poli­tik aufmerk­sam zu machen und zum Stromwech­sel zu ani­mieren, um eine Energiewende endlich voran zu treiben.

Am Eber­swalder Markt fand ein kleines Straßenthe­ater statt, wo AktivistIn­nen sym­bol­isch als Strahlung­sopfer ster­bend zu Boden fie­len und von einem Atom­räu­mungskom­man­do entsorgt wur­den. Außer­dem gab es auch dort ver­schiedene Rede­beiträge, die mit Musik unter­malt wur­den.

Ins­ge­samt beteiligten sich etwa 180 Men­schen an den Aktio­nen in Bernau, Biesen­thal und Eber­swalde. Mit vie­len Men­schen wurde laut und bunt mit­tels Trans­par­enten, Atom­fässern und einigem mehr auf den Protest aufmerk­sam gemacht, um den Trans­port nicht kri­tik­los über die Bühne gehen zu lassen. Aber die wider­ständi­gen Aktio­nen sind noch nicht zu Ende, denn in den fol­gen­den Tagen, wenn der Cas­tor-Trans­port fahren wird, ruft das Barn­imer Anti-Cas­tor Aktions­bünd­nis zu Mah­nwachen und weit­eren vielfälti­gen Aktio­nen auf. Als Zen­trale Info-Punk­te wer­den in Bernau die Post­stelle am Bahn­hof, das Bahn­hof­s­ge­bäude in Biesen­thal und in Eber­swalde wahrschein­lich das Exil dienen. Außer­dem wer­den auch Aktio­nen direkt an den Bah­n­gleisen der Trans­port­strecke statt find­en. Beispiel­sweise wird es Flash-Mobs geben oder auch das soge­nan­nte Schienen-Check­en, wo sich AktivistIn­nen direkt an die Gleise begeben und mit ihrer Anwe­sen­heit den Cas­tor zum langsamer fahren oder zum Still­stand nöti­gen, um somit gegen Atom­kraft zu protestieren und die Kosten des Trans­portes in die Höhe zu treiben, damit die Sinnlosigkeit des sel­bi­gen verdeut­licht wird.

Alle Men­schen sind her­zlich dazu aufgerufen sich an diesen Protesten zu beteili­gen und gemein­sam Zeichen zu set­zen gegen die Atom­poli­tik der Regierung, die nur der Gewin­n­max­imierung der Konz­erne dient und wed­er auf Men­sch noch Natur Rück­sicht nimmt.

 

Das Barn­imer Anti-Cas­tor Aktions­bünd­nis beste­ht aus Vertretern des Dos­to Bernau, der Aktion­s­gruppe Stopp Cas­tor Biesen­thal, Green­peace, die Linksju­gend sol­id’ sowie die Linke Aktion­s­gruppe Eber­swalde.

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