9. November 2007 · Quelle:

Erinnern an die Opfer des Pogroms

Heute (9.11.) wird um 15 Uhr am Syn­a­gogenge­denkstein am Brun­nen­platz an die Opfer der Pogrom­nacht von 1938 erin­nert. Das Mah­n­mal war vor einem Jahr von Recht­sex­trem­is­ten geschän­det wor­den. Die juris­tis­che Aufar­beitung ist inzwis­chen abgeschlossen, der let­zte Täter wurde im Sep­tem­ber verurteilt.

Volodimir Lev­it­skyy ist ein vielbeschäftigter Mann. Seit dem Som­mer 2006 ist er Vor­sitzen­der der Jüdis­chen Gemeinde, die rund 250 Mit­glieder zählt. “Mit den Fam­i­lien­ange­höri­gen leben in Frank­furt jet­zt 600 Juden”, sagt er. Da müsse viel organ­isiert wer­den, für die Jun­gen und für die Alten. Ger­ade für die Kinder und Jugendlichen sei das Gemein­de­haus in der Hal­ben Stadt eine Anlauf­s­ta­tion, wo sie Fre­unde tre­f­fen. “Es ist schön, dass die Jugend unser Haus so mit Leben erfüllt”, freut er sich. An der Son­ntagss­chule für die Kinder im Alter zwis­chen vier und 13 Jahren werde “Reli­gion, Tra­di­tion und Geschichte unseres Volkes unter­richtet”.

Ein­mal im Monat lädt der Jugend­club zu Diskus­sion­srun­den, Fil­mauf­führun­gen oder Aus­flü­gen ein. “Dazu kom­men auch Ein­heimis­che, das ist eine ganz offene Runde”, erk­lär Volodimir Lev­it­skyy.

Von seinem Schreibtisch aus muss der Vor­sitzende die vielfältig­sten The­men des Gemein­delebens bear­beit­en. Und nun auch die Vor­bere­itun­gen für das Gedenken am heuti­gen 9. Novem­ber. Ist dies ohne­hin schon ein trau­riger, schmerzvoller Tag, so hat er in diesem Jahr in Frank­furt eine beson­dere, düstere Bedeu­tung. Denn die Schän­dung des Syn­a­gogenge­denksteins im ver­gan­genen Jahr hat auch ihn erschüt­tert.

Heute erwartet die Jüdis­che Gemeinde Besuch aus Berlin. Zwei junge amerikanis­che Juden, die sich derzeit an einem Insti­tut in der deutschen Haupt­stadt zum Rab­bin­er aus­bilden lassen, wollen an der Gedenk­feier in der Oder­stadt teil­nehmen, kündigt Volodimir Lev­it­skyy an.

Die heutige Ver­anstal­tung ist nicht nur ein poli­tis­ches oder the­ol­o­gis­ches The­ma, son­dern sie beschäftigt auch Polizei und Staat­san­waltschaft. “Die Polizei ist aber umfassend vor­bere­it­et” und werde im Falle von Störun­gen durch Recht­sex­trem­is­ten “kon­se­quent han­deln”, kündigt Polizeis­prech­er Frank Fis­ch­er vom Schutzbere­ich Oder-Spree/ Frank­furt an. “Der Polizei liegen keine Erken­nt­nisse vor, dass die diesjährige Ver­anstal­tung durch Per­so­n­en der recht­en Szene gestört wer­den wird”, ergänzt der Polizeis­prech­er.

Die Gedenkver­anstal­tung wird von der Stadt, dem Öku­menis­chen Rat und der Jüdis­chen Gemeinde gemein­sam organ­isiert. Sie begin­nt bere­its um 15 Uhr am Syn­a­gogen-Gedenkstein in der Karl-Marx-Straße.

Es spricht zunächst Volk­er Starke, Vor­sitzen­der der Stadtverord­neten­ver­samm­lung. Die Gedenkrede hält Bar­bara Krüger als Vertreterin des Öku­menis­chen Rates.

Im Anschluss an die Gedenkver­anstal­tung ziehen die Teil­nehmer zum Haus der Jüdis­chen Gemeinde in der Hal­ben Stadt 30. Ab etwa 16 Uhr beste­ht dort die Möglichkeit, die ständi­ge Ausstel­lung zur Geschichte der Gemeinde in Frank­furt zu sehen sowie am Sab­bat teilzunehmen.

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