8. Januar 2004 · Quelle: TAZ

Ermittlung gegen Prügelbeamte

Nach der gescheit­erten Abschiebung eines 17-jähri­gen Kir­gisen ermit­telt die Pots­damer Staat­san­waltschaft gegen mehrere Beamte des Bun­des­gren­zschutzes Berlin wegen des Ver­dachts der Kör­per­ver­let­zung im Amt. Der Flüchtlingsrat
Berlin begrüßte die Ermit­tlun­gen. Da der Kir­gise nach eigen­er Darstel­lung am 19. Dezem­ber ver­gan­genen Jahres mit Schlä­gen von den Beamten trak­tiert wor­den sei, müsse dies ver­fol­gt wer­den. Der Seel­sorg­er des weit­er in Abschiebe­haft sitzen­den Voll­waisen, Dieter Ziebarth, sagte: “Ich habe keinen Anlass, an der Darstel­lung des Kir­gisen zu zweifeln.” Dem­nach hat­te der Jugendliche, der alleine in seine Heimat abgeschoben wer­den sollte, in ein­er
Mas­chine am Flughafen Schöne­feld gegen die Tren­nung von seinem älteren Brud­er protestiert. Daraufhin hät­ten Beamte — der 17-Jährige spricht laut Ziebarth von vier uni­formierten und zwei zivilen Beamten — ihm unter anderem
auf den Kopf geschla­gen und den Mund zuge­hal­ten. Die Abschiebung sei abge­brochen wor­den, als der Pilot die Beamten des Flugzeuges ver­wies.

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