10. September 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Ermittlungen zum Brandanschlag auf Gedenkstätte im Belower Wald auf Hochtouren

POTSDAM/WITTSTOCK — Das Sach­sen­hausen-Komi­tee der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land hat am Mon­tag Bestürzung und Empörung über den Anschlag auf die Todes­marsch-Gedenkstätte im Below­er Wald (Ost­prig­nitz-Rup­pin) geäußert. “Der Bran­dan­schlag auf das Muse­um und die Beschmierung der Gedenkstele mit nation­al­sozial­is­tis­chen Sym­bol­en und anti­semi­tis­chen Parolen erschüt­tern die ehe­ma­li­gen Häftlinge von Sach­sen­hausen und die Hin­terbliebe­nen ihrer im Lager und auf dem Marsch ermorde­ten Kam­er­aden”, betonte das Komi­tee, das die deutschen Häftlinge des ein­sti­gen KZ ver­tritt.

Die Ermit­tlun­gen nach dem Anschlag vom ver­gan­genen Don­ner­stag wer­den unter­dessen mit Hochdruck fort­ge­set­zt. “Wir ermit­teln in alle Rich­tun­gen”, sagte der Sprech­er des Pots­damer Polizeiprä­sid­i­ums, Rudi Son­ntag. Einzel­heit­en wollte er aus ermit­tlungstak­tis­chen Grün­den eben­so wenig nen­nen wie die fed­er­führende Staat­san­waltschaft Neu­rup­pin. Von ein­er “Spur in den Nor­den” woll­ten bei­de Behör­den nicht sprechen. Son­ntag räumte aber ein, dass es im Nach­bar­land “eine auf­fäl­lige Häu­fung der­art schändlich­er Tat­en” gibt.

Dort war eben­so wie im Below­er Wald rote Sig­nal­farbe für die Schmier­ereien benutzt wor­den. In Meck­len­burg-Vor­pom­mern kam es nach dem Bran­dan­schlag im Below­er Wald, bei dem ein­er der bei­den Ausstel­lungsräume durch Feuer ver­wüstet wor­den war, am sel­ben Tag sowie am Sonnabend zu weit­eren juden­feindlichen Über­grif­f­en. Der Schw­er­iner Innen­min­is­ter Got­tfried Timm (SPD) kündigte den ver­stärk­ten Schutz jüdis­ch­er Ein­rich­tun­gen und Fried­höfe an.

Gestern war in Greves­mühlen erneut ein Gedenkstein mit einem Hak­enkreuz beschmiert wor­den. Es han­delt sich dabei um einen Stein für Friedrich Schiller.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Wie Ver­schwörungs­the­o­rien unser Denken bes­tim­men — Ver­anstal­tun­gen am 15. Okto­ber in Cot­tbus und am 22. Okto­ber in Pots­dam.
Mittwoch, 07. Okto­ber 2020 um 19.00 Uhr im T‑Werk, Schiff­bauer­gasse 4e in Pots­dam
Wir rufen zur Demon­stra­tion am Don­ner­stag, den 10.9. auf. Start ist um 16 Uhr am Nauen­er Tor in Pots­dam. Wütend und laut wer­den wir bei den Zen­tralen der Regierungsparteien und beim Innen­min­is­teri­um des Lan­des Bran­den­burg protestieren.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot