15. September 2005 · Quelle: MAZ

Erneut Aufmarsch der Neonazis

HALBE Einen Tag vor der Bun­destagswahl wollen die Neon­azis erneut in Halbe
unter dem Mot­to “Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsol­dat­en” aufmarschieren.
Der Ham­burg­er Neon­azi Chris­t­ian Worch hat die Ver­anstal­tung beim
Polizeiprä­sid­i­um Frankfurt/Oder angemeldet.

“Mit 100 Teil­nehmern wird gerech­net”, so Polizeis­prech­er Peter Salender.
Nach Aufla­gen der Polizei dür­fen die Neon­azis die Lin­den­straße nutzen, aber
nicht am Vor­platz des Wald­fried­hofs, der größten deutschen
Kriegs­gräber­stätte, auf­marschieren. Dage­gen hat Worch Wider­spruch eingelegt.
Spätestestens Fre­itag oder Sam­stagfrüh wird mit ein­er gerichtlichen
Entschei­dung gerechnet.

Die Gemeinde will der­ar­tige Ver­anstal­tun­gen ver­hin­dern. Sie hat­te aber
bish­er mit dem Ver­such, die zum Fried­hof führende Straße “zu entwidmen”,
also nicht öffentlich zu machen, keinen Erfolg. Inzwis­chen wurde ein zweiter
Ver­such ges­tartet. Amts­di­rek­tor Ulrich Arnts: “Nach Prü­fung vieler
Kataster­pläne hat sich her­aus gestellt, dass nach unser­er Auf­fas­sung diese
Straße niemals öffentlich war. Dem­nach müsste sie auch nicht entwidmet
wer­den.” Das wird gegen­wär­tig vom Ver­wal­tungs­gericht Cot­tbus geprüft.
Not­falls müsse das Oberver­wal­tungs­gericht darüber entschei­den. Ulrich Arnts:
“Wir wer­den alles versuchen.”

Eine Gege­nak­tion zum Neon­azi-Auf­marsch am Sam­stag wurde bish­er nicht bei der
Polizei in Frankfurt/Oder angemeldet.

An diesem Tag find­et aber in der neuen Denkw­erk­statt in Halbe das erste
Zeitzeu­genge­spräch mit 60 Jugendlichen und dem Volks­bund Deutsche
Kriegs­gräber­für­sorge statt. Die Denkw­erk­statt wurde im Früh­jahr in der alten
Schule des Ortes eröffnet. Hier wird die Erin­nerung an die Geschehnisse und
die Opfer der Kesselschlacht Halbe am Ende des Zweit­en Weltkrieges wach
gehal­ten. Das lokale “Aktions­bünd­nis gegen Nazi­aufmärsche und Heldengedenken
in Halbe” konzen­tri­ert sich auf die Gedenkver­anstal­tung am 12. November.
Dafür haben der Land­tag Bran­den­burg und der Volks­bund Kriegsgräberfürsorge
die Regie übernommen.

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