4. September 2005 · Quelle: MOZ

Erneut Protestmarsch gegen das “Bombodrom”

Zem­pow (ddp) Kurz vor der Bun­destagswahl haben die Lan­desregierun­gen von Bran­den­burg und Meck­len­burg-Vor­pom­mern ihre ablehnende Hal­tung zur geplanten Wieder­in­be­trieb­nahme des so genan­nten Bom­bo­droms bekräftigt. Meck­len­burg-Vor­pom­merns Min­is­ter­präsi­dent Har­ald Ringstorff und der bran­den­bur­gis­che Finanzmin­is­ter Rain­er Speer (bei­de SPD) sprachen sich bei der 97. Protest­wan­derung der Bürg­erini­tia­tive “Freie Hei­de” am Son­ntag in Zem­pow in vor­ab ver­bre­it­eten Rede­tex­ten für eine zivile Nutzung des ehe­ma­li­gen Luft-Boden-Schieß­platzes in der Kyritz-Rup­pin­er Hei­de aus.

Speer betonte auf der Demon­stra­tion “Protest ohne Grenze(n) — Unsere Wahl: Kein Bom­bo­drom”, die Region zwis­chen Rheins­berg, Fürstenberg/Havel, Kyritz und Neu­rup­pin sei eine der reizvoll­sten Land­schaften Deutsch­lands. Bran­den­burg sei daher dafür, die touris­tis­chen Poten­ziale der Region zu stärken. Eine Wieder­in­be­trieb­nahme des Bomben­ab­wurf­platzes gefährde aber Arbeit­splätze im Touris­mus.

Auch Ringstorff unter­strich, der Betrieb des “Bom­bo­droms” stünde der Entwick­lung des Touris­mus im Wege. Der Wirtschaft­szweig könne in Meck­len­burg-Vor­pom­mern auf eine Erfol­gs­geschichte ver­weisen. Land, Kom­munen und die Wirtschaft hät­ten in den ver­gan­genen 15 Jahren rund eine halbe Mil­liarde Euro in der Gren­zre­gion zu Bran­den­burg investiert. Das “Bom­bo­drom” würde nicht nur Gäste ver­schreck­en, son­dern auch das Leben in den Städten und Dör­fern neg­a­tiv bee­in­flussen.

Das Bun­desvertei­di­gungsmin­is­teri­um hat­te nach der Wiedervere­ini­gung und der Über­nahme der Liegen­schaft 1992 wieder­holt erk­lärt, an ein­er mil­itärischen Nutzung des Trup­penübungs­gelän­des als Luft-Boden-Schieß­platz fes­thal­ten zu wollen. Seit mehreren Jahren kämpfen Bürg­erini­tia­tiv­en gegen die Pläne. Gerichtsver­fahren sind anhängig. Im Bun­destag scheit­erte im Juni dieses Jahres ein Antrag gegen eine mil­itärische Nutzung des Are­als.

Im Auf­trag von SPD-Partei- und Frak­tion­schef Franz Mün­te­fer­ing bekräftigte der vertei­di­gungspoli­tis­che Sprech­er der SPD-Bun­destags­frak­tion, Rain­er Arnold, kür­zlich in einem Schreiben an die “Freie Hei­de” die Zus­tim­mung der SPD zum “Bom­bo­drom”. Aus “sicher­heit­spoli­tis­chen und mil­itärischen Gesicht­spunk­ten” sei eine Nutzung des Trup­penübungsplatzes “auch weit­er­hin unverzicht­bar”.

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