11. September 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Erst wurde der NPD-Kandidat Christopeit abgewählt, dann verließ CDU-Bewerber den Saal

KREIS — Gle­ich zu einem dop­pel­ten Debakel kam es am Mon­tagabend bei einem Wahlfo­rum in Per­leberg, bei dem sich die sieben Kan­di­dat­en für den Bun­destagswahlkreis 56 (dazu gehören die Kreise Ost­prig­nitz-Rup­pin, Prig­nitz und der Nor­den des Havel­lan­des) präsentierten.Nachdem sich der Neu­rup­pin­er NPD-Kan­di­dat Renald Christopeit nicht von dem Mor­dan­schlag auf einen Spä­taussiedler in Witt­stock und dem Bran­dan­schlag auf die Gedenkstätte im Below­er Wald dis­tanzierte, wurde der Bewer­ber per Pub­likumsab­stim­mung des Saales ver­wiesen.

 

SPD-Bewer­ber Ernst Bahr sowie Wolf­gang Gehrcke (PDS) und Wolf­gang Freese (Bünd­nis­grüne) hat­ten von Christopeit gefordert, sich von den Anschlä­gen zu dis­tanzieren. Das lehnte Christopeit ab — weil er sel­ber nichts damit zu tun habe. Als der NPD-Kan­di­dat und seine Gefol­gschaft den Saal unter lautem Protest ver­lassen hat­ten, bes­timmte der Umgang mit der NPD und rechtem Gedankengut die Debat­te — zum Unmut des CDU-Bewer­bers Sieg­bert Meseck, der wenig später frei­willig, aber total verärg­ert diese Runde ver­ließ. “Ich bin entset­zt”, sagte der 60-jährige Kreistier­arzt. Meseck fühlte sich an Zeit­en erin­nert, als andere Mei­n­un­gen eben­falls nicht zuge­lassen wur­den. “Ich bin kein Fre­und der NPD, aber den Leuten muss man doch mit Argu­menten begeg­nen kön­nen.”

 

“Es war keine vernün­ftige Debat­te”, gab gestern auch Ernst Bahr zu. Der SPD-Mann hätte es lieber gese­hen, wenn die Wahl, wer den Saal ver­lässt, allein bei ihm und Christopeit gele­gen hätte. In diesem Moment das Pub­likum zu befra­gen sei eher unglück­lich gewe­sen, so Bahr. Christ­demokrat Meseck ging noch einen Schritt weit­er: Der CDU-Bewer­ber sprach von ein­er “getürk­ten Ver­anstal­tung”, da haupt­säch­lich PDS-Leute im Saal gesessen hät­ten.

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