11. April 2004 · Quelle: Autonome Antifas aus Frankfurt/Oder

Ex”-Neonazi Torsten Lemmer zu Besuch in Frankfurt/Oder

Lem­mer, Ex-Besitzer von „Rock Nord“ – einem der gröszten Naziver­sände in Deutsch­land – kam am 06.04. auf sein­er momen­tan andauern­den Tour nach Frankfurt/Oder um auch hier seine Aussteiger-Mem­oiren öffentlich vorzustellen und zu bewer­ben. Im Zeitungsladen im Bahn­hof wo die Ver­anstal­tung stat­tfand, fan­den sich ins­ge­samt etwa 50 Men­schen ein. Davon waren inkl. Lem­mer und seinem Begleit­er etwa 10 Nazis, dann 10 Bullen, 4 bis 5 Schill-Partei-Anhän­gerIn­nen und der Rest linke Jugendliche und das Per­son­al des Ladens.

Leicht ver­spätet begann dann die Märchen­stunde. Lem­mer begrüszte erst mal seine „alten Kam­er­aden“ für welche die Ver­anstal­tung beson­ders geeignet sei. Im weit­eren Ver­lauf erzählte er dann aus seinem Leben von dies und das, von „Kanaken-Klatschen“ und Hooli­gan­szene, nicht aber was ihn nun bewogen hat sich als Aussteiger zu präsen­tieren.
Seinen Ver­sand „Rock Nord“ hat er nicht aufgelöst, son­dern ange­blich aus gesellschaftlich­er Ver­ant­wor­tung an seinen Opa vertickt. Welche Ver­ant­wor­tung das genau sein soll, bei einem Ver­sand der von A‑Z alles führt, was das wahnsin­nige Nazi-Gehirn begehrt, blieb let­z­tendlich offen.

Nach­dem Lem­mer mit sein­er Sto­ry fer­tig war gab er den Zuhör­ern die ach so tolle Gele­gen­heit ihn mit Fra­gen zu bom­bardieren. Die üblichen Frank­furter Dumpf­nazis saszen in den let­zten Rei­hen und kriegten ihr Maul nicht auf. Zwis­chen kri­tis­chen Fra­gen einiger link­er Jugendlich­er bei denen Lem­mer nie die men­schen­ver­ach­t­ende Gesin­nung der Nazis, son­dern lediglich das Gesaufe und Gegröle von Skin­heads neg­a­tiv erwäh­nte, kam dann auch noch die Schill­sym­phati­san­tin und Jörg Häh­nel-Ver­traute Frau Lade­mann zu Wort, welche in Frankfurt/Oder schon des öfteren durch anti­semi­tis­che Het­zti­raden aufge­fall­en ist. Erwartungs­gemäsz hielt sie dann auch eine Lobrede auf den Naz­ibuben Lem­mer und erfreute sich über die von ihr hal­luzinierte Ehrlichkeit von ihm.

Während der Ver­anstal­tung fotografierte Lem­mers Begleit­er (blond, bre­it) alle die ihm vor die Nase kamen mit sein­er kleinen Digi­cam und machte auf Fil­mauf­nah­men. Beson­ders inter­essierten ihn anscheinend die nicht-recht­en Zuschauer, obwohl anzumerken ist, dasz ihm die fol­gende Aufmerk­samkeit der­er auf ihn dann wohl nicht so ganz gefiel.
Lem­mer und er sind in einem rel­a­tiv neuen, schwarzen Gelän­dewa­gen unter­wegs mit Orts-Kennze­ichen ME (Mettmann).

Zu dem Per­son­al des Zeitungsladen ist zu sagen, dasz sie sich schein­bar mehr von den kri­tis­chen BesucherIn­nen gestört fühlten, als von den anwe­senden Faschis­ten und Lem­mers geistigem Abfall den sie zu hören beka­men. Gekauft haben das Buch jeden­falls nur sehr wenige, die Sto­ry ist anscheinend schon zu alt und Lem­mer ist nach Has­sel­bach und Co. nur ein weit­er­er Faschist der mit seinem Leben noch mehr Geld machen will.

Mit sein­er Nazie­in­stel­lung gebrochen, hat er defin­i­tiv nicht. Für Infor­ma­tio­nen zu Lem­mer und seinen Aktiv­itäten ist die Home­page der Antifa-KOK aus Düs­sel­dorf zu empfehlen.

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