13. Mai 2019 · Quelle: Moses Mendelssohn Zentrum

Fachstelle Antisemitismus gegründet

Zum 1. Mai 2019 wurde am Moses Mendelssohn Zen­trum für europäisch-jüdis­che Stu­di­en (MMZ) in Pots­dam die Fach­stelle Anti­semitismus gegrün­det. Mit dem Auf­bau und der Leitung der Fach­stelle wurde Peter Schüler aus Pots­dam beauftragt.Schüler ist Diplom­physik­er und Recht­san­walt und seit den frühen 1990er Jahren für Bünd­nis 90/Die Grü­nen lan­des- und kom­mu­nalpoli­tisch aktiv. Er gehörte zu den Ini­tia­toren des Pro­jek­tes ein­er neuen Syn­a­goge für die Stadt Pots­dam und engagiert sich u.a. als Anwalt für eth­no-kul­turelle und religiöse Min­der­heit­en.

Die Fach­stelle Anti­semitismus wird in enger Zusam­me­nar­beit mit der Emil Julius Gum­bel Forschungsstelle Anti­semitismus und Recht­sex­trem­is­mus (EJGF) den Blick auf die Betrof­fe­nen­per­spek­tive richt­en und ihre Diskri­m­inierungser­fahrun­gen sicht­bar machen, sowie Rat­suchende aus der Zivilge­sellschaft, Poli­tik und Ver­wal­tung fach­lich berat­en.

Zudem wird die Fach­stelle ein umfassendes Mon­i­tor­ing von anti­semi­tis­chen Vor­fällen nach den Qual­ität­skri­te­rien der vom MMZ wis­senschaftlich begleit­eten Recherche und Infor­ma­tion­sstelle Anti­semitismus – bun­desweite Koor­di­na­tion (RIASBK) vornehmen.

Anti­semitismus ist auch in Bran­den­burg ein gesellschaftlich­es Quer­schnittsprob­lem“, sagte Prof. Julius H. Schoeps, Direk­tor des MMZ. „Es geht uns darum, Erfahrun­gen von Betrof­fe­nen in allen For­men und Facetten sicht­bar zu machen – und die Aus­bre­itung von Anti­semitismus zu ver­hin­dern.“

Die Fach­stelle der Forderung des Anti­semitismus­beauf­tagten der Bun­desregierung, Dr. Felix Klein, nach einem bun­de­sein­heitlichen Sys­tem zur Mel­dung anti­semi­tis­ch­er Vor­fälle unter­halb der Straf­barkeits­gren­ze in Bran­den­burg umset­zen. Sie wird eng mit dem Beratungsnet­zw­erk Tol­er­antes Bran­den­burg und der Fach­stelle Islam zusam­me­nar­beit­en. Prof. Schoeps sieht darin einen Beitrag der Wis­senschaft, gesellschaft­spoli­tisch Ver­ant­wor­tung zu übernehmen. „Die Fach­stelle Anti­semitismus am MMZ einzuricht­en, entspricht unserem zivilge­sellschaftlichen Man­dat.“

Die Fach­stelle strebt eine enge Koop­er­a­tion mit den Jüdis­chen Gemein­den und Ein­rich­tun­gen an. Außer­dem beab­sichtigt sie die Koop­er­a­tion und Ver­net­zung aller Akteure im Phänomen­bere­ich Anti­semitismus, den Aus­bau eines umfassenden Meldenet­zw­erkes von jüdis­chen und nicht-jüdis­chen Organ­i­sa­tio­nen und die Begleitung und Anre­gung inter­re­ligiös­er Prozesse im Land Bran­den­burg.

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