1. April 2004 · Quelle: MOZ

Fahndung nach verbotener Musik

Eber­swalde (MOZ) Allein das Lan­deskrim­i­nalamt (LKA) Bran­den­burg hat zwis­chen Jan­u­ar und März 2004 für 24 extrem­istis­che Medi­en Strafver­fahren ein­geleit­et oder die Indizierung
beantragt. In der Behörde prüft ein Ermit­tler in jedem Jahr die Musik von bis zu 1000 Ton­trägern. Ten­denz steigend. 

Björn Kressin vom LKA Bran­den­burg hat sich vor zwei Jahren auf die Musik der
recht­sex­tremen Szene spezial­isiert. Unzäh­lige CDs füllen die Regale in
seinem Büro. Kressin ken­nt alle diese Scheiben. Mitunter braucht er Tage, um
die Texte zu entschlüs­seln, sagt der Ermit­tler vom Staatsschutz. 

Bei sein­er Arbeit sucht der Experte zum einen nach Tex­ten, die gegen Gesetze
ver­stoßen. Solche also, die zum Mord gegen Juden oder poli­tisch anders
Denk­ende aufrufen, nen­nt Kressin ein Beispiel. Kön­nen die Her­steller solcher
CDs von der Polizei aus­find­ig gemacht wer­den — was nur sel­ten gelingt -
dro­ht ihnen ein Strafver­fahren vor Gericht. Die Ton­träger wer­den eingezogen
und später vernichtet. 

Noch häu­figer beschäftigt sich der Kom­mis­sar jedoch zum anderen mit Liedern,
die gegen das Jugend­schutzge­setz ver­stoßen. Die Musik solch­er Tonträger
meldet das LKA der Bun­de­sprüf­stelle für jugendge­fährdende Medi­en (BPjM).
Stuft diese Behörde die Lieder als jugendge­fährdend ein, kom­men sie auf den
so genan­nten Index — was für die Her­steller und Vertreiber enorme Folgen
hat. So dür­fen die CDs, Kas­set­ten, Videos oder auch Zeitschriften nicht mehr
an Kinder und Jugendliche verkauft wer­den. Wer­bung für solche Medi­en ist
dann genau so ver­boten wie der Verkauf über einen Versandhandel. 

Erfasst wer­den sowohl die recht­sex­tremen als auch die jugendgefährdenden
Lieder in einem bun­desweit­en Com­put­er­pro­gramm. Das LKA will die Arbeit in
diesem Bere­ich ausweit­en. Zunächst soll ein weit­er­er Beamter das
Ein-Mann-Büro von Björn Kressin verstärken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Im Feb­ru­ar und März 2021 nah­men sich drei Geflüchtete aus Pots­dam, Eber­swalde und Berlin das Leben. Für Ange­hörige und Berater*innen ste­ht fest: Die drei Män­ner wur­den durch das Asyl­sys­tem mas­siv unter Druck gesetzt.
400 Men­schen haben am Son­ntag in Eber­swalde gegen das ungerechte Asyl­sys­tem und den struk­turellen Ras­sis­mus in Deutsch­land demonstriert.
400 Men­schen haben heute in Eber­swalde gegen das ungerechte Asyl­sys­tem und den struk­turellen Ras­sis­mus in Deutsch­land demon­stri­ert. Der 21.03. ist der inter­na­tionale Tag gegen Ras­sis­mus – trau­riger Anlass an diesem Tag war der Tod von Salah Tayyar.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot