14. August 2003 · Quelle: TAZ 13.08.03

Faxe für Schönbohm

Zu einem “Fax-in” beim Bran­den­burg­er Innen­min­is­teri­um ruft der Potsdamer
Vere­in “Opfer­per­spek­tive” auf. Anlass für die Auf­forderung, massen­haft Faxe
an die Behörde zu schick­en, ist die geplante Abschiebung des togolesischen
Asyl­suchen­den Ora­bi Mamawi am 4. Sep­tem­ber. Der 41-Jährige war in Rathenow
zweimal von Recht­en ange­grif­f­en und ver­let­zt worden. 

Zunächst sollte Mamawi noch während des laufend­en Strafver­fahrens gegen
seinen Angreifer abgeschoben wer­den. Erst nach Inter­ven­tio­nen der
Staat­san­waltschaft Pots­dam wurde ein Auf­schub erre­icht. Nun wurde der
Asyl­fol­geantrag des durch die Angriffe in Rathenow und Folter­erfahrun­gen in
Togo trau­ma­tisierten Flüchtlings abgelehnt. Damit ist der Weg für die
Abschiebe­pläne des Lan­drat­samts Havel­land frei geräumt — obwohl deutsche
Behör­den Ora­bis Mit­glied­sausweis ein­er Oppo­si­tion­spartei an die togolesische
Botschaft weitergaben. 

 

“Wir fordern Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm auf, Ora­bi Mamawi ein sicheres
Bleiberecht aus human­itären und poli­tis­chen Grün­den zu erteilen”, sagt Kay
Wen­del von der Opfer­per­spek­tive. “Als ein klares Sig­nal an die Täter, dass
sie ihre men­schen­ver­ach­t­en­den Ziele nicht erre­ichen.” Schön­bohm, in
Bleiberechts­fra­gen ein Hard­lin­er, hat sich bish­er nicht geäußert. Auch der
Peti­tion­sauss­chuss des bran­den­bur­gis­chen Land­tags hat sich noch nicht mit
Anträ­gen befasst, in denen der Kirchenkreis Kyritz, Brandenburgs
Aus­län­der­beauf­tragte und die Opfer­per­spek­tive ein Bleiberecht fordern.

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