24. April 2004 · Quelle: Indymedia

Festnahme am 21.04.04 in Bernau

(Bernauer Antifaschis­ten auf Indy­media) Es war gegen 20.30 Uhr. Der braune Naz­i­mob erre­ichte nach ihrer Demon­stra­tion wieder den Bernauer Bahn­hof. Auf der anderen Seite des Bahn­hof­platzes wollte ein jugendlich­er ANTIFA näher an die Nazis her­an kom­men. In diesem Moment hörte der friedliche Antifaschist eine stimme:? Sie nehmen wir erst­mal mit!?. Er drehte sich um und erblick­te mehrere Polizeibeamte die ihn in Gewahrsam nehmen woll­ten. Der immer noch ruhige ANTIFA fragte nach dem Grund sein­er voraus­sichtlichen Fes­t­nahme. Ein­er der sehr auf­brausend sprechen­den Polizeibeamten meinte, es sei ein Befehl von ganz oben. Der Demon­strant fragte nach dem Para­graphen dem die Polizis­ten nachge­hen. Die Antwort lautete: “Sie kom­men jet­zt mit!”.

Der Jugendliche fragte daraufhin noch ein­mal nach dem Para­graphen und beteuerte den Polizis­ten, dass er keine Straftat began­gen hat­te (was auch der Wahrheit entspricht). Daraufhin antwortete der Polizeibeamte noch ein­mal mit dem gle­ichen. Als der Jugendliche einen weit­eren Kol­le­gen des Polizis­ten sah, der Kabel­binder in der Hand hielt, meinte der Festgenom­men es sei nicht nötig ihm Hand­fes­seln zu ver­passen. Die Polizis­ten set­zten ihren willen durch. Mit Hand­fes­seln und zwei Polizis­ten abge­führt machte der Demon­strant mit Geschrei auf sich aufmerk­sam und betonte, dass er ger­ade in seinen Grun­drecht­en ver­let­zt wird. Mit ihm wur­den weit­ere ANTIFAS auf das Bernauer Polizeire­vi­er gebracht.

Im Polizeire­vi­er angekom­men wur­den ihm seine Wert­sachen ( Handy, Schlüs­sel, Geld­börse?.) abgenom­men und pro­tokol­liert. Danach wurde er durch­sucht. Als der min­der­jährige fragte ob er ein Tele­fonat führen könne meinte ein Polizist nein es sei doch nicht wie in Fil­men. Er bekam also kein Tele­fonat, dass ihm zuste­hen würde. Bei Auf­nahme sein­er Per­son­alien ( welche laut ange­sagt wur­den ) wurde er genau von zwei festgenom­men Nazis beobachtet und angepö­belt. Die Polizis­ten schrit­ten aber nicht ein.

Als er in die Zelle kam warteten schon mehrer Antifaschis­ten im Inneren. Nach mehrstündi­gem ver­har­ren in der Zelle fragte der Jugendliche ob seine Eltern benachrichtigt wur­den. Der extrem gestresste Polizist sagte sein Vater wartete schon auf ihn. Im Nach­hinein erfuhr der Jugendliche, dass nicht die Polizei son­dern seine antifaschis­tis­chen Mitkämpferin­nen seine Eltern benachrichtigten.

Nach­dem der Jugendliche aus der Zelle kam wurde er in ein weit­eres Büro gebracht. Was nun auf ihn zukam hätte er niemals erwartet. Als erstes wur­den Noti­zen zu seinem äußeren gemacht. Während dessen fragte der Jugendliche was nun genau gegen ihn Vor­liege, die antwort lautete:? Ich weis es auch nicht, ich war heute den ganzen Tag nur drin­nen?. Als dies been­det war wurde er in das Neben­z­im­mer geschickt und es wur­den ihm Fin­ger­ab­drücke abgenom­men. Wie dies auch bei Schw­erver­brech­ern geschieht. Danach wur­den noch mehrere Gesichts­fo­tos geschossen. Als der Jugendliche nach Aktenein­sicht fragte sah er sein ver­meintlich­es ver­brechen. NICHT NACHGEHEN EINES PLATZVERWEISES (der niemals aus­ge­sprochen wurde ) . Nach dieser Tor­tur wur­den ihm schließlich seine Wert­sachen aus­ge­händigt (dort gab es auch Kom­p­lika­tio­nen) und seinem Vater übergeben. Es war nun gegen 24 Uhr.

FAZIT:
Grund­lose polizeiliche in Gewahrsam­nahme

Ver­let­zung sein­er Grun­drechte

Keinen Genauen angaben der ange­blichen Straftat

Nicht Informieren sein­er Rechte (Tele­fonat etc.)

Mehrer Stun­den in Haft ver­bracht

Nicht informieren sein­er Eltern

Auf­nahme von per­sön­lichen Erken­nungsmerk­malen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Alle, die sich auf die 22. Aus­gabe des Frie­rock Fes­ti­vals gefreut haben, müssen jet­zt stark sein — und wer­den ihre Geduld auf eine unge­plant lange Probe stellen müssen: Das beliebte Rock­fes­ti­val wird erst wieder am 13./14. August 2021 stat­tfind­en.
Am Son­ntag demon­stri­erten 50 Men­schen auf den Eber­swalder Mark­t­platz im Rah­men der See­brück­en-Kam­pagne und forderte die Stadt auf sich dem Zusam­men­schluss der „Sichere Häfen“ anzuschliessen.
In Rathenow protestierten am Abend 110 Men­schen gegen die Pan­demiebeschränkun­gen. Unbekan­nte hat­ten dazu im Inter­net aufgerufen. Unter den Teil­nehmenden waren auch mehrere Funk­tionäre der AfD und des extrem recht­en Bürg­er­bünd­niss­es Havel­land.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot