20. Januar 2003 · Quelle: BM / MAZ / Tagesspiegel / LR

Festnahmen im Gerichtssaal

Fes­t­nahme im Gerichtssaal

(Berlin­er Mor­gen­post)


Beim Prozess um den Tod eines Rus­s­land­deutschen im Mai 2002 in
Witt­stock ist am Fre­itag während der Ver­hand­lung ein weit­er­er Mann aus
Witt­stock festgenom­men wor­den. Gegen den 21-Jähri­gen beste­ht Ver­dacht der
Falschaus­sage und der Bei­hil­fe zur gefährlichen Kör­per­ver­let­zung. Der
zunächst als Zeuge geladene Mann hat­te vier der fünf Angeklagten als
Schläger benan­nt, aber auch eingeräumt, vor der Ver­hand­lung Falschaus­sagen
abge­sprochen zu haben. In dem Prozess geht es um eine Auseinan­der­set­zung vor
ein­er Dis­cothek im Ort­steil Alt Daber, bei der ein 24-jähriger
Rus­s­land­deutsch­er getötet wurde.

 

Zwei Fes­t­nahme n im Gerichtssaal

Eklat bei Prozeß um Mord an Aussiedler

 

(MAZ) NEURUPPIN Beim Prozess um den Tod eines Rus­s­land­deutschen im Mai 2002 in
Witt­stock sind gestern während der Ver­hand­lung zwei weit­ere Män­ner
festgenom­men wor­den. Gegen bei­de beste­ht ein Ver­dacht der Falschaus­sage.
Gegen einen von ihnen der Ver­dacht auf Bei­hil­fe zur gefährlichen
Kör­per­ver­let­zung. Das teilte ein Vertreter der Staat­san­waltschaft vor der
Jugend­strafkam­mer des Landgerichts Neu­rup­pin mit. Ein­er der Män­ner hat­te
vier der fünf Angeklagten als Schläger benan­nt, aber auch eingeräumt, nach
dem Vor­fall Falschaus­sagen abge­sprochen zu haben. In dem Prozess geht es um
eine bru­tale Schlägerei vor ein­er Diskothek im Ort­steil Alt Daber, wo ein
24-jähriger Rus­s­land­deutsch­er getötet und sein Fre­und schw­er ver­let­zt wor­den
war. Das Opfer starb 20 Tage nach dem Über­griff an den Fol­gen schw­er­ster
inner­er Ver­let­zun­gen. Die fünf 20 bis 22 Jahre alten Angeklagten müssen sich
wegen Totschlags und gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung ver­ant­worten. Von den
fünf Angeklagten haben bish­er drei vor Gericht zugegeben, auf die bei­den
Aussiedler eingeschla­gen und ‑getreten zu haben. Ein­er will sich wegen
Trunk­en­heit an nichts erin­nern kön­nen, ein ander­er will lediglich einen
Faustschlag ins Leere geführt haben. Hauptverdächtiger ist ein 21-jähriger
Mau­r­erlehrling, der Schläge und Tritte ges­tanden hat. Unklar blieb bish­er,
wer die bei­den Aussiedler mit einem 17 Kilo­gramm schw­eren Feld­stein
trak­tiert hat. Die im Gerichtssaal festgenomme­nen Män­ner hat­ten zunächst
erk­lärt, den Über­griff zwar beobachtet zu haben. Kurz danach sich jedoch
abge­wandt und nichts mehr gese­hen zu haben. Der Prozess wird am Mon­tag mit
weit­eren Zeu­gen­vernehmungen fort­ge­set­zt.

 

Zwei Zeu­gen im Gerichtssaal festgenom­men

Staat­san­walt sieht Falschaus­sagen in Prozess um Tod eines Aussiedlers

 

(Tagesspiegel) Im Prozess zum gewalt­samen Tod des Aussiedlers Kajrat Batesov hat
Staat­san­walt Kai Clement gestern zwei Zeu­gen gle­ich nach ihren Aus­sagen im
Landgericht Neu­rup­pin fes­t­nehmen lassen. Der 21-jährige Ste­fan W., ein
Fre­und von vier der fünf Angeklagten, muss sich wegen mut­maßlich­er
Falschaus­sage ver­ant­worten und soll heute dem Haftrichter vorge­führt wer­den.
Wie andere Zeu­gen aus dem Bekan­ntenkreis der Angeklagten hat­te auch W.
behauptet, trotz sein­er Anwe­sen­heit am Tatort in Witt­stock in der Nacht zum
4. Mai 2002 habe er nicht gese­hen, wer einen knapp 18 Kilo schw­eren
Feld­stein auf Batesov warf. Der Aussiedler erlag knapp drei Wochen später
seinen Ver­let­zun­gen. Bei W. kam erschw­erend hinzu, dass die
Staat­san­waltschaft gegen ihn bere­its ein Ermit­tlungsver­fahren wegen Bei­hil­fe
zu gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung ein­geleit­et hat­te. Ste­fan W. soll Batesov
bei der Schlägerei ein Bein gestellt haben, woraufhin der Aussiedler und der
ihn prügel­nde Angeklagte Ralf A. stürzten. Am Nach­mit­tag ließ die
Staat­san­waltschaft außer­dem den Zeu­gen Daniel G. (20) wegen des Ver­dachts
der Falschaus­sage und ver­suchter Strafvere­it­elung fes­t­nehmen. Er soll Ste­fan
W. ein falsches Ali­bi ver­schafft haben. W. gab nur zu, er habe einem
Aussiedler eine Flasche Bier “seitlich weggenom­men”. Dann habe er offen­bar
sein recht­es Bein “ste­hen­ge­lassen”, weshalb das Opfer und Ralf A.
hinge­fall­en seien. Ste­fan W. belastete drei Angeklagte: Mike Sch. habe als
Erster zugeschla­gen — mit der flachen Hand einem der Aussiedler ins Gesicht.
Dann habe Marko F. dem Mann ans Bein getreten. Patrick Sch. habe auch ins
Gesicht geschla­gen. Mit dem zweit­en Aussiedler habe sich Ralf A.
“auseinan­der geset­zt”, sagte Ste­fan W. Der Fre­und habe auf dem Mann gesessen
“und auf sein Gesicht reinge­hauen”.

 

Prozess um Tod eines Rus­s­land­deutschen fort­ge­set­zt

Zwei weit­ere Män­ner aus Witt­stock festgenom­men

 

Beim Prozess um den Tod eines Rus­s­land­deutschen im Mai 2002 in Witt­stock
sind gestern während der Ver­hand­lung zwei weit­ere Män­ner festgenom­men
wor­den.
Gegen bei­de beste­he Ver­dacht der Falschaus­sage und gegen einen von ihnen der
Ver­dacht der Bei­hil­fe zur gefährlichen Kör­per­ver­let­zung, sagte der Vertreter
der Staat­san­waltschaft vor der Jugend­strafkam­mer des Landgerichts Neu­rup­pin.
Die Män­ner waren als Zeu­gen geladen, hat­ten am Tatabend in einem Auto mit
den Angeklagten gesessen. Ein­er von ihnen hat­te vier der fünf Angeklagten
als Schläger benan­nt, aber auch eingeräumt, nach dem Vor­fall Falschaus­sagen
abge­sprochen zu haben.
In dem Prozess geht es um eine bru­tale Schlägerei vor ein­er Diskothek im
Ort­steil Alt Daber, wo ein 24-jähriger Rus­s­land­deutsch­er getötet und sein
Fre­und schw­er ver­let­zt wor­den war. Das Opfer starb 20 Tage nach dem
Über­griff an den Fol­gen schw­er­ster inner­er Ver­let­zun­gen und hin­ter­lässt eine
Frau und ein Kind. Die fünf 20 bis 22 Jahre alten Angeklagten müssen sich
wegen Totschlags und gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung ver­ant­worten (die
RUNDSCHAU berichtete).
Von den fünf Angeklagten haben bish­er drei vor Gericht zugegeben, auf die
bei­den Aussiedler eingeschla­gen und ‑getreten zu haben.

 

Siehe auch
Bericht eines Prozess­beobachters

Witt­stock Son­der­seite

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