30. Juni 2004 · Quelle: Tagesspiegel

Folter-Vorwurf: Polizei fahndet bundesweit

Frank­furt (Oder) — Die Polizei fah­n­det bun­desweit nach dem extrem gewalt­bere­it­en 28-jähri­gen Ron­ny Bret­tin aus Frank­furt (Oder). Er soll gemein­sam mit zwei Män­nern und zwei Frauen am 5. Juni einen 23-jähri­gen Frank­furter stun­den­lang mis­shan­delt, gefoltert und verge­waltigt haben. Das Opfer über­lebte mit viel Glück und dank des medi­zinis­chen Geschicks der Ärzte im Kranken­haus Mark­endorf. Dort wurde er nach ein­er Not­op­er­a­tion in ein kün­stlich­es Koma ver­set­zt. Der Mann erlitt Rip­pen­brüche, Ver­bren­nun­gen
und einen Dar­m­durch­bruch. Nach Angaben der Staat­san­waltschaft Frank­furt (Oder) schwebt er nicht mehr in Lebens­ge­fahr, wird aber wohl schwere Schä­den behal­ten.

Der Flüchtige hat laut Staat­san­waltschaft die “ganze krim­inelle Palette” von recht­sex­trem­istis­chen poli­tis­chen Tat­en bis hin zu Raub aufzuweisen. Er saß mehrere Jahre im Gefäng­nis. Zulet­zt war er zu ein­er Frei­heitsstrafe von
sechs Jahren verurteilt wor­den. Davon ver­büßte er einen Teil und wurde auf Bewährung ent­lassen. Für Hin­weise, die zur Ergrei­fung von Ron­ny Bret­tin führen, ist eine Beloh­nung in Höhe von 1500 Euro aus­ge­set­zt.

Nach bish­eri­gen Ermit­tlun­gen wurde das Opfer auf offen­er Straße im Frank­furter Plat­ten­bau­vier­tel Neu­beresinchen ent­führt. In ein­er Woh­nung wurde der Mann stun­den­lang gequält, unter anderem mit einem heißen Bügeleisen, bren­nen­den Zigaret­ten und Vogelkot. Gegen die vier bis­lang
festgenomme­nen Täter ist Haft­be­fehl wegen Kör­per­ver­let­zung, sex­ueller Nöti­gung und Verge­wal­ti­gung erlassen. Ein­er der Beschuldigten gab als Motiv einen Racheakt an. Ange­blich soll das Opfer eine junge Frau verge­waltigt haben. Doch dafür fan­den die Ermit­tler keine Anhalt­spunk­te.

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