24. Mai 2007 · Quelle: ND

Frau Kunst und die Kunstlehrer

(Peter Nowak, ND vom 23.05.2007) Wird die Aus­bil­dung von Kun­stlehrern an der Pots­damer Uni­ver­sität abgewick­elt? Die
Stu­den­ten befürcht­en das. Die Fach­schaft wen­det sich scharf gegen eine Empfehlung
des Fakultät­srats, die Bere­iche Kun­st und Musisch-Ästhetis­che Erziehung zu
streichen…

Wird die Aus­bil­dung von Kun­stlehrern an der Pots­damer Uni­ver­sität abgewick­elt? Die
Stu­den­ten befürcht­en das. Die Fach­schaft wen­det isch schharf gegen die Empfehlung
des Fakultät­srats, die Bere­iche Kun­st und Musisch-Ästhetis­che Erziehung ersatzlos
zu streichen.
Die Studieren­den argu­men­tieren zwei­gleisig dage­gen. Mit der Schließung bestünde die
Gefahr, dass Bach­e­lor-Studierende die Hochschulen mit unqual­i­fizierten Abschluss
ver­lassen müssten. Auch für Bran­den­burg wäre eine Schließung der Fakultäten nach
Ansicht der Studieren­den fatal. Es wäre mit der Schließung dieses Studienganges
das einzige Bun­des­land, „in welchem vorsät­zlich auf die pro­fes­sionelle Förderung von
Kreativ­ität und ästhetis­ch­er Bil­dung in einem schulis­chen Kon­text verzichtet wird“,
monieren die Kommilitonen.
Eine Sprecherin der Pots­damer Uni­ver­sität bestätigt gegenüber ND, dass
der Fakultät­srat die Schließung der Fach­bere­iche emp­fohlen habe.
Hin­ter dieser Diskus­sion ste­he let­ztlich die Frage, wie das begren­zte Bud­get für den
Fach­bere­ich aus­gegeben wer­den soll. Es sei eben nur eine bes­timmte Menge Geld zur
Ver­fü­gung und damit müssen dann Schw­er­punk­te geset­zt werden.
Die Press­esprecherin betont allerd­ings gegenüber ND, dass es noch keinerlei
Beschluss zur Schließung der Fach­bere­iche gäbe. Der Sen­at und die Unipräsidentin
müssten zu dieser Frage noch gehört wer­den. Das let­zte Wort habe dann das
Bran­den­burg­er Wis­senschaftsmin­is­teri­um. Die Uni­ver­sität­spräsi­dentin wolle sich erst
mit den ver­schiede­nen Posi­tio­nen ver­traut machen, bevor sie sich dazu äußert.
Am kom­menden Don­ner­stag wird sie Gele­gen­heit haben, die Ansicht­en der
Schließungs­geg­n­er ken­nen zu ler­nen. Für diesem Tag haben die protestierenden
Studieren­den vom Fach­schaft­srat Kun­st mit der Uni­ver­sität­spräsi­dentin vereinbart,
bestätigt Ste­fan Neu­mann gegenüber ND.
„Für uns waren die Schließungspläne in den let­zten Tagen sehr akut“, meint das
Mit­glied der Fach­schaft. Sein­er Mei­n­ung nach sei es vor allem der vielfältigen
Aktio­nen der Studieren­den in den let­zten Wochen zu ver­danken gewe­sen, dass die
Entschei­dung über eine Schließung erst ein­mal vertagt wurde.
Die Ver­sicherung der Press­esprecherin, dass selb­st bei ein­er Schließung der
Fach­bere­iche alle jet­zt Studieren­den Bestandss­chutz hät­ten, beruhigt die
Kom­mili­to­nen nicht. Die Studieren­den geben sich weit­er­hin kämpferisch. Man werde
die Umset­zung der Stre­ichungspläne nicht wider­stand­s­los hin­nehmen, heißt es in der
Pressemit­teilung des Fach­schaft­srates. Konkrete Maß­nah­men wur­den dort aber nicht
genannt.
Neu­mann erk­lärte gegenüber ND, dass die uni­ver­sitätsin­ter­nen Mobilisierungen
fort­ge­set­zt wür­den, bis die Schließungspläne vom Tisch sind.
Man sehe sehr wohl den Zusam­men­hang zwis­chen den Stel­len­wert der Kun­st im
Neolib­er­al­is­mus. Für eine gesellschaftliche Auseinan­der­set­zung über den unversitären
Rah­men hin­aus fehle den stu­den­tis­chen Gremien allerd­ings zur Zeit die Kraft, betonte
Neu­mann. Ihnen gehe es in erster Lin­ie darum die Schließung zu verhindern. 

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