30. Juni 2003 · Quelle: BM / MAZ

Fremdenfeindlicher Überfall

(BM) Witt­stock — Eine 13-jährige dunkel­häutige Schü­lerin aus Witt­stock ist am
Dien­sta­gnach­mit­tag von vier 14- bis 16-jähri­gen Mäd­chen zusammengeschlagen
wor­den. Das Opfer sei am Boden liegend noch mehrmals getreten wor­den. Die Deutsche
kuban­is­ch­er Abstam­mung erlitt eine schwere Gehirn­er­schüt­terung. Als Motiv
für ihre bru­tale Attacke gaben die Angreiferin­nen unverhohlen
Frem­den­feindlichkeit an. Gegen zwei der Täterin­nen erließ ein Richter Haftbefehl. 

Witt­stock: 13-Jährige ver­prügelt und 17-Jährige beraubt

(MAZ) Witt­stock — Am Dien­stag wurde der Polizei mit­geteilt, dass gegen 13.10 Uhr
ein 13- jähriges Mäd­chen, deutsche Staat­sange­hörige kuban­is­ch­er Abstam­mung, in
Witt­stock, Pritzwalk­er Straße, auf einem Spielplatz im Bere­ich der
Wal­lan­la­gen, aus ein­er vierköp­fi­gen Gruppe weib­lich­er Jugendlich­er her­aus körperlich
mis­shan­delt wurde. 

Im Rah­men der ersten Ermit­tlun­gen wurde bekan­nt, dass die 13-jährige
Geschädigte durch die weib­lichen Jugendlichen zunächst auf­grund ihrer dunklen
Haut­farbe ver­bal belei­digt wurde. Anschließend forderten die Tatverdächtigen
Zigaret­ten von der Geschädigten. Da die 13- Jährige keine Zigaret­ten bei sich
führte, schlu­gen die vier Täterin­nen auf die Geschädigte ein, wobei diese stürzte
und am Boden liegend weit­er­hin mehrmals getreten wurde. 

Während der Hand­lung erschien eine zweite vierköp­fige Gruppe von
Jugendlichen und Her­anwach­senden, aus welch­er die Täterin­nen durch zwei namentlich
bekan­nte 19-Jährige durch Rufe “ange­feuert” wur­den. Als eine bish­er noch
unbekan­nte Zeu­g­in der Geschädigten zu Hil­fe eilte, flüchteten die bei­den Grup­pen in
unbekan­nte Rich­tung. Das 13-Jährige Mäd­chen erlitt bei diesem Angriff
Ver­let­zun­gen im Bere­ich des Oberkör­pers und wurde mit dem Ret­tungswa­gen zur
sta­tionären Behand­lung in das Pritzwalk­er Kranken­haus gebracht. 

Im Zuge umfan­gre­ich­er weit­er­er Ermit­tlun­gen, unter Bil­dung ein­er 11-köpfigen
Ermit­tlungs­gruppe sowie in enger Zusam­me­nar­beit mit der Staatsanwaltschaft
Neu­rup­pin, kon­nten die vier weib­lichen aus dem Kreis Witt­stock stammenden
Tatverdächti­gen im Alter von 14 bis 16 Jahren vor­läu­fig festgenom­men und in
Gewahrsam der Polizei­wache Neu­rup­pin gebracht wer­den. In den sich anschließenden
Beschuldigten­vernehmungen zeigten sich die Tatverdächti­gen teilweise
geständig, wobei die 14-Jährige und eine 15-Jährige Frem­den­feindlichkeit als Motiv für
die Tat angaben. 

Gegen zwei Täterin­nen (15 und 16 Jahre) wurde noch am Mittwoch Haftbefehl
beim zuständi­gen Amts­gericht Neu­rup­pin erlassen. Die 15-Jährige wurde in ein
Jugend-Für­sorgew­erk und die 16-Jährige in eine Jus­tizvol­lzugsanstalt gebracht. 

Des weit­eren wurde im Rah­men der inten­siv­en Ermit­tlun­gen bekan­nt, dass die
aus frem­den­feindlichen Motiv­en han­del­nde 15-Jährige gegen 13.45 Uhr, nachdem
sie sich vom oben aufge­führten Tatort ent­fer­nt hat­te, in der Wittstocker
Sankt-Marien-Straße eine weit­ere 17 ‑jährige Jugendliche mehrfach mit einem Gürtel
ins Gesicht schlug und so die Her­aus­gabe von Zigaret­ten erwirk­te. Die
17-Jährige wurde leicht ver­let­zt und ambu­lant behan­delt. Die Ermit­tlun­gen der
Krim­i­nalpolizei zu dieser Raub­straftat und zu den bei­den 19-Jähri­gen, welche die
Täterin­nen durch Rufen ans­porn­ten, dauern gegen­wär­tig an.

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