16. September 2018 · Quelle: Inforiot

Friedensfest gegen braune Hetze

INFORIOT – Am Samstag demonstrierten etwa 200 Menschen gegen eine Kundgebung der extrem rechten AfD mit ca. 100 Teilnehmenden am Bahnhof Bernau. Am Abend zuvor hatte die lokale NPD zu einem Vortrag eingeladen.

INFORIOT – Am Sam­stag ver­sam­melten sich 200 Men­schen gegen eine Kundge­bung der extrem recht­en AfD mit ca. 100 Teil­nehmenden am Bahn­hof Bernau. Am Abend zuvor hat­te die lokale NPD zu einem Vor­trag eingeladen.

Seit dem frühen Nach­mit­tag lud das zivilge­sellschaftliche Bünd­nis „Net­zw­erk für Weltof­fen­heit Bernau“ zu einem Friedens­fest am Bernauer Bahn­hof ein. Ein reich­haltiges Pro­gramm unter dem Mot­to „Auf­ste­hen gegen Hass und Het­ze“ wurde vom Bünd­nis und ein­er Vielzahl Unterstützer*innen geboten. In kurzen Reden posi­tion­ierten sich die Anwe­senden für ein sol­i­darisches Zusam­men­leben, für eine human­itäre Asylpoli­tik und offene Gren­zen. Erin­nert wurde an Men­schen, die auf dem Mit­telmeer auf­grund der abgeschot­ten­ten EU-Gren­zen ums Leben kom­men. Für die Aktion „See­brücke“, die sich für die Seenotret­tung von geflüchteten Men­schen ein­set­zt, befand sich wenige Meter weit­er ein Graf­fi­ti auf dem Boden.

Wider­stand und Männlichkeit
An genau dieser Stelle standen 100 Anhän­gerIn­nen der extrem recht­en AfD und NPD, die zur Schließung der Gren­zen auf­forderten. Zur Kundge­bung hat­te Mar­cel Don­sch, stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der des AfD Kreisver­band Barn­im, aufgerufen. Gemein­sam mit Joachim Schaaf, der den Kreisver­band 2014 auf­baute, unter­hielt Don­sch die Teil­nehmenden. In den ein­fach gehal­te­nen State­ments beze­ich­neten die Red­ner die Bun­desre­pub­lik als „Dik­tatur Merkel“, gegen die durch Streik und Wider­stand aufzuste­hen sei. Sie bezichtigten Migrant*innen per se als Krim­inelle und beschworen einen bevorste­hen­den Krieg herauf.

Auch ein weit­eres klas­sis­ches neon­azis­tis­ches The­ma sollte nicht fehlen: Der ver­meintliche Schutz von Frauen und Kindern galt den fast auss­chließlich männlichen Anwe­senden als Vor­wand, gegen Geflüchtete Stim­mung zu machen. Die Instru­men­tal­isierung sex­u­al­isiert­er Gewalt zeigte sich in der Ver­gan­gen­heit bei ein­er Vielzahl von AfD-Ver­samm­lun­gen, sei es in Kan­del oder Chem­nitz. In der Region Barn­im demon­stri­erten neon­azis­tis­che Grup­pen mehrere Jahre in Joachim­sthal.
Keine Tren­nung zwis­chen AfD und NPD
Neben den genan­nten inhaltlichen Über­schnei­dun­gen, zeigten sich in Bernau erneut auch per­son­elle Schnittmen­gen zur neon­azis­tis­chen NPD. Bekan­nte Aktivis­ten der NPD beteiligten sich mit einem Trans­par­ent an der Ver­samm­lung. Auch weit­ere Neon­azis aus der Stadt waren anwe­send. Zwar war AfD’ler Joachim Schaaf bere­its im Vor­jahr Red­ner auf ein­er NPD-Demon­stra­tion in Bernau, allerd­ings unter­schied sich ein Großteil der Teil­nehmenden von AfD und NPD Ver­anstal­tun­gen zu dem Zeit­punkt noch. An diesem Sam­stag war eine Ver­mis­chung dage­gen klar zu erkennen.

Dass es sich bei der AfD nicht um ein Sam­mel­beck­en für ent­täuschte Kon­ser­v­a­tive, son­dern um extrem Rechte und Neon­azis han­delt, bewegte auch das zivilge­sellschaftliche Friedens­fest. Zum sym­bol­is­chen Schutz von Betrof­fe­nen rechter Gewalt und Todes­opfer der nation­al­sozial­is­tis­chen Ter­ror­regimes bilde­ten Teilnehmer*innen eine Kette um das Mah­n­mal für die Opfer das Faschis­mus, was sich neben der AfD-Kundge­bung befand.
NPD-Vor­tragsabend
Am Fre­itagabend hat­te die Barn­imer NPD zu einem Vor­tragsabend ein­ge­laden. Der Berlin­er NPD-Aktivist Sebas­t­ian Schmidtke sollte über Selb­stschutz, Krisen­vor­sorge und Rechts­grund­la­gen reden. Die NPD fährt seit eini­gen Wochen eine Kam­pagne, in denen Neon­azis in Grup­pen durch Städte und Kieze patrouil­lieren und Orte zu soge­nan­nten „Schutz­zo­nen“ erk­lären. Auch hier zeigt sich die Par­al­lele zur AfD-Ver­samm­lung: Die Vor­bere­itung auf einen ver­meintlichen Bürg­erkrieg. Waf­fen, Erfahrun­gen in mil­itärischen Auseinan­der­set­zun­gen und kör­per­lich­er Gewalt, gehören eben­so wie Sur­vival­train­ings dazu. In der Neon­aziszene heißt es zu all diesen Aktiv­itäten schlicht Vor­bere­itung auf den Tag X.
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