23. Dezember 2008 · Quelle: J. Schweigmann

Friedensmusik mit der Luftwaffe?

Leserpost: Luftwaffenmusikkorps spielte in der Potsdamer Nikolaikirche

Lange Zeit hat­ten beson­ders die ost­deutschen Kirchen eine antimil­itärische Grund­hal­tung. Nicht ohne Grund ging von ihr ver­schiedene Friedens­be­we­gun­gen gegen den kalten Krieg und die Abrüs­tungsini­tia­tive “Schw­ert­er zu
Pflugscharen” aus. Lei­der hat sich das in den let­zten Jahren geän­dert und so wird dem Mil­itär die Kirchen­tür immer weit­er geöffnet.

Die Ironie, sich in voller Kriegstra­cht in eine Kirche zu set­zen und zu heirat­en wird nur noch davon übertrof­fen, Sol­dat­en eben dort in Kom­pa­ni­estärke Adventslieder spie­len zu lassen. Den­noch stimmte am Mon­tag, den 15.12.08 das Luft­waf­fen­musikko­rp 4 in der während des 2. Weltkriegs stark beschädigten Niko­laikirche fes­tliche Töne an, eine Tat­sache, die dem Christ­baum das Barett der Dreistigkeit auf­set­zt. Wie kann es sein, dass Men­schen, die allein in Afghanistan für einige bom­bardierte Hochzeit­en ver­ant­wortlich sind, im Hause Gottes ihre Sait­en zupfen? Wie kann es sein, dass Men­schen, die son­st laut­stark das Schießen und Töten üben, nun die stille Nacht ein­läuten? Und das, während zur Betreu­ung von Kriegs­di­en­stver­weiger­ern immer weniger Gelder zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, sollte sie in den Gemein­den über­haupt noch existieren.

Bei der näch­sten Konz­er­tan­frage wün­sche ich mir von der Gemeinde fol­gende Reak­tion: “Ja, Sie dür­fen spie­len, aber ohne Uni­form und nicht als Gesandte der Kriegstreiber.” Denn schließlich weiß doch jed­er Men­sch, dass der Frieden im Him­mel des Friedens auf Erden bedarf.

Jonas Schweigmann

 

PS: Wenn die näch­sten Konz­erte aber nicht abge­sagt wer­den, ist es nötig,
dass jed­er antimil­itärisch denk­ende men­sch in Pots­dam dem Konz­ert bei­wohnt
und laut vor, während und nach den Stück­en klatscht.

Weit­ere Anre­gun­gen:

http://de.indymedia.org/2008/12/236825.shtml

http://de.indymedia.org/2008/12/234683.shtml

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Jede Gesellschaft würde unter diesen Bedin­gun­gen lei­den, doch gibt es spez­i­fis­che Fol­gen, die nur in waren­pro­duzieren­den Gesellschaften oder, anders gesagt, im Kap­i­tal­is­mus auftreten.
Am Son­ntag, dem 21. Juni 2020, fand in Pots­dams Tel­tow­er Vorstadt ein spon­tanes Kiez – und Straßen­fest mit Balkon­musik statt! Rund 300 Gäste schlossen sich der Ver­anstal­tung an.
Manch­es was in dieser Stadt passiert, ist so platt und doof, dass man sich fast nicht die Mühe machen will, es zu kri­tisieren. Erfordert Kri­tik doch immer eine Beschäf­ti­gung mit ihrem Gegen­stand und intellek­tuelle Anstren­gun­gen. Und trotz­dem muss man sich auch immer mal wieder mit so irren Vorhaben wie dem Schüler­pro­jekt „Teilung-Ein­heit“ am Baustel­len­za­un der Nazikirche in der Bre­it­en Straße auseinan­der­set­zen. Allein schon, weil der­ar­tige „Pro­jek­te“ dur­chaus aus­sagekräftig hin­sichtlich der gesellschaftlichen Zustände sind – nicht nur in dieser Stadt.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot