12. April 2008 · Quelle: Bernauer Beobachterin

Friedlicher Protest gegen die Bundeswehr

Bernau — Am Fre­itag fand am Paulus-Prae­to­rius Gym­na­si­um in Bernau (bei Berlin) die jährliche Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­börse statt. Wie in den ver­gan­genen Jahren sorgte auch in diesem Jahr die Anwe­sen­heit der Bun­deswehr für Protest.
Mit Fly­ern, einem Trans­par­ent und Mega­fon kri­tisierten ca.20 Bundeswehrgegner_innen das Auftreten der Bun­deswehr als ver­meintlich „nor­maler“ Arbeit­ge­ber.

Der laut­starke Protest, der in der Aula des Gym­na­si­ums begann, ver­lagerte sich unter dem Ver­weis der anwe­senden Polizei „draußen weit­er machen zu dür­fen“ vor den Hauptein­gang der Schule. Dort sorgte der Protest für noch mehr Auf­se­hen unter den Besucher_innen der Börse.

Unter­dessen wur­den Fly­er zur „Die Entste­hung der Bun­deswehr aus der Wehrma­cht“, die die Geschichte der Bun­deswehr und deren Aus­land­sein­sätze in ihrer anti­demokratis­ch­er Tra­di­tion the­ma­tisierten, verteilt. Auf einem Trans­par­ent hieß es
„Mil­i­taris­mus sabotieren – ins Leben desertieren“.
Neben der zen­tralen Forderung „Bun­deswehr raus aus den Schulen“ wurde zur Ver­weigerung des Kriegs­di­en­stes, sowie zur Schaf­fung von Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­plätze aufgerufen.

Mit Gelassen­heit beobachteten Schüler­leit­er Schüne­mann und Organ­isator Bartsch den für sie gewohn­ten Protest. Seit Jahren gibt es Proteste (Bsp.Bericht 2004 und Aufruf 2004) gegen die Börse, die ein steigen­des Polizeiaufge­bot mit sich zogen. Nach anfänglichen „Gewähren­lassen“ des Protest, bedarf es der Polizei ihre Autorität zu demon­stri­eren und so wur­den Per­son­alien aufgenom­men, sowie Aufen­thaltsver­bote für Bernau aus­ge­sprochen (darunter auch für ein Bernauer).

Kurze Zeit nach­dem sich der Protest auflöste, taucht­en Polizeibeamte in Ziv­il und Uni­form im örtlichen Jugend­club auf. Unter dem Vor­wand nach Zeu­gen und Ver­ant­wortlichen zu suchen, um wegen der „unangemelde­ten Kundge­bung“ zu ermit­teln, woll­ten sich die Beamten Zutritt zum Club ver­schaf­fen, welch­er ihnen ver­wehrt wurde.

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