2. März 2013 · Quelle: Inforiot

Frühjahrsputz in Wittstock (Dosse)

70 Menschen entfernten Nazipropaganda beim Stadtspaziergang/ Nazis provozierten erneut die Veranstaltung

INFORIOT — Am Sonnabend, den 02. März, nah­men knapp 70 Per­so­n­en aus Witt­stock (Dosse) sowie anderen Teilen Berlin und Bran­den­burgs an einem Stadtspazier­gang um Nazipro­pa­gan­da zu ent­fer­nen. Zu der Ver­anstal­tung hat­te das Bünd­nis „Witt­stock beken­nt Farbe“ mit Unter­stützung weit­er­er zivilge­sellschaftlich­er und antifaschis­tis­ch­er Grup­pen aufgerufen. Der Spazier­gang begann um 10 Uhr am Mark­t­platz und ging über den his­torischen Stadtk­ern ins Plat­ten­bauge­bi­et im Süden. Schon einen Monat zuvor fand hier ein antifaschis­tis­ch­er Spazier­gang der Antifa West­bran­den­burg statt.

Lauer Wind, trotz großer Gegen­mo­bil­isierung

Schon zu Beginn des Spazier­gangs kam es zu einem Pro­voka­tionsver­such durch Neon­azis. An der Tankstelle in der Per­leberg­er Straße / Ecke Kyritzer Straße ver­sucht­en knapp 30 Neon­azis den Spazier­gang zu stören. Abgeschirmt von der Polizei skandierten sie Parolen und macht­en z.T. Handyauf­nah­men von den Demonstrant_innen. In ein­schlägi­gen Sozialen Medi­en hat­ten Per­so­nen­zusam­men­hänge um die „Freien Kräfte Ost“ und „Weiße Wölfe Ter­ror­crew“, welche sich unter den Störer_innen befan­den, mas­siv gegen den Stadtspazier­gang gehet­zt. Ihr Poten­tial kon­nten diese jedoch nicht auss­chöpfen, denn die Zahl der Stör­er blieb im Ver­gle­ich zum Antifa-Spazier­gang am 02. Feb­ru­ar nahezu kon­stant. Zum Ende der Ver­anstal­tung ver­sucht­en sie die abreisenden Teilnehmer_innen am Bahn­hof abz­u­fan­gen, wur­den jedoch erneut von der Polizei daran gehin­dert.
Während des Stadtspazier­gangs wur­den mehrere rechte Fah­nen an Fen­stern stadt­bekan­nter­er Neon­azis gesichtet. Das zeigt wie sich­er diese sich in der Doss­es­tadt fühlen.

Witt­stock bleibt heißes Pflaster

Erst am 25. Jan­u­ar wur­den zwei Polizis­ten, die eine Woh­nung von zwei Neon­azis betrat­en, von diesen ange­grif­f­en, nach­dem Nach­barn Anzeige wegen Ruh­estörung erstat­teten. Die Neon­azis hat­ten laut­stark rechte Musik gespielt. Immer wieder wird über Hak­enkreuzschmier­ereien und andere Pro­pa­gan­dade­lik­te berichtet, jüngst am 24. Feb­ru­ar, als ein Hak­enkreuz im Schnee auf der Heckscheibe eine PKW in der Kirch­gasse geze­ich­net wurde.

Auch im Vor­feld des Stadtspazier­gangs woll­ten Witt­stock­er Neon­azis das lokale Bünd­nis “Witt­stock beken­nt Farbe” ein­schüchtern. Das Bünd­nis organ­sierte am 28. Feb­ru­ar einen Infor­ma­tion­s­stand auf dem Witt­stock­er Mark­t­platz um für den heuti­gen Spazier­gang zu wer­ben. Die lokale Neon­aziszene zeigte sich dabei präsent und ver­sorgte sich mit Infor­ma­tion­s­ma­te­ri­alien am Tisch, ver­mied jedoch größere Kon­fronta­tion. Mit der Anwe­sen­heit von 17 Per­so­n­en, welche dem recht­en Spek­trum zuzuord­nen sind, bleib es beim Ein­schüchterungsver­such.

Weit­ere Bilder: hier und hier.

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