12. Dezember 2006 · Quelle: solid Brandenburg

Für mehr Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern

Mehrere Hun­dert Schü­lerin­nen und Schüler aus ganz Bran­den­burg demon­stri­erten heute
gegen die geplante Schulge­set­znov­el­le der Lan­desregierung.
Sie kri­tisierten u.a. eine ver­stärk­te Selek­tion in “gute” und “schlechte”
Schü­lerIn­nen, die erweit­erte Möglichkeit der Schulen, auf dem Schul­gelände Wer­bung
zu machen und forderten z.B. die Abschaf­fung der Kopfnoten.

Dazu erk­lärt Nor­bert Müller von [´sol­id] Bran­den­burg, dem Linkspartei — nahen
Jugend­ver­band, der zu der Demon­stra­tion mit aufgerufen hat­te:
“Bran­den­burgs Schü­lerin­nen und Schüler haben heute ein­drucksvoll bewiesen, dass es
ihnen wichtig ist, bei Refor­men, die sie betr­e­f­fen, mitre­den zu dür­fen.
Lei­der hat die Lan­desregierung diese berechtigte Forderung bish­er ignori­ert. Und
auch die Lehrerin­nen und Lehrer des Pots­damer Ein­stein-Gym­na­si­ums, die ihre
Schü­lerIn­nen ein­schlossen, um die Teil­nahme an der Demon­stra­tion zu ver­hin­dern,
haben der demokratis­chen Kul­tur in Bran­den­burg einen Bären­di­enst erwiesen:
Mit Gewalt wurde hier die freie Mei­n­ungsäußerung von Jugendlichen ver­hin­dert. Ein
schädlicheres Ver­hal­ten der Päd­a­gogIn­nen ist kaum vorstell­bar.”

Den Land­tagsab­ge­ord­neten emp­fiehlt er: “Stim­men Sie gegen die Schulge­set­znov­el­le,
nehmen Sie die Schü­lerin­nen und Schüler ernst und erar­beit­en Sie gemein­sam mit den
Betrof­fe­nen eine neue Reform, die diesen Namen auch ver­di­ent hat. Eine Reform, die
nicht auss­chließlich durch ein Mehr von Zwang, Selek­tion und Leis­tungs­druck geprägt
ist, son­dern die ein gemein­sames, emanzi­pa­torisches und kreatives Ler­nen von
Jugendlichen aus allen gesellschaftlichen und sozialen Schicht­en möglich macht. Eine
Reform, die nicht nur in die soge­nan­nte Elite investiert, son­dern in eine bre­ite
Aus­bil­dung aller jun­gen Bran­den­burg­erin­nen und Bran­den­burg­er. Kurz: Schal­ten Sie die
Lern­fab­riken ab!”

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