25. April 2005 · Quelle: MOZ

Fußball soll rechtsextreme Gefangene bessern

Pots­dam (dpa) Junge Strafge­fan­gene mit recht­sex­tremem Hin­ter­grund sollen mit
Hil­fe von Fußball wieder in die Gesellschaft eingegliedert wer­den. Das
Pro­jekt “Abschied von Hass und Gewalt” richtet sich an Män­ner, die wegen
schw­er­er Gewalt­tat­en an Aus­län­dern oder Obdachlosen in Bran­den­burgs
Jugend­strafanstal­ten ein­sitzen. “Der sportliche Teil unseres Pro­jek­tes ist
wichtig, weil man sich beim Sport wie in der Gesellschaft an Regeln hal­ten
muss”, sagte Hel­mut Heit­mann vom Vere­in “Archiv der Jugend­kul­turen”.

Seit drei Jahren bietet der Berlin­er Vere­in das Antige­walt­pro­gramm in den
drei Jugend­strafanstal­ten Bran­den­burgs mit derzeit ins­ge­samt knapp 260
Häftlin­gen an. Für jew­eils vier Monate arbeit­en acht Sozialpäd­a­gogen und
Psy­cholo­gen mit den Gefan­genen zwis­chen 17 und 22 Jahren zusam­men. “In
kleinen Grup­pen sprechen die Teil­nehmer über ihre per­sön­liche Ver­gan­gen­heit,
Grup­pen­dy­namik und ihre gewalt­täti­gen Straftat­en, die sie meist in Grup­pen
beg­in­gen”, sagte Heit­mann. “Zusam­men mit den Train­ern erar­beit­en sie so neue
Möglichkeit­en der Kon­flik­t­be­wäl­ti­gung.”

Dabei soll das Fußball­spie­len helfen, denn hier müssen wie im alltäglichen
Leben Regeln einge­hal­ten und der Geg­n­er respek­tiert wer­den. “Außer­dem ler­nen
die jun­gen Män­ner, sich auch in stress­re­ichen Sit­u­a­tio­nen zu beherrschen”,
erläuterte Heit­mann. “Gewalt gegen Schwächere ist hier tabu.” Dieser
sportliche Teil des Antige­walt­pro­gramms sei daher eine wichtige
Bewährung­sprobe für das Leben nach der Haft. “Auf dem Spielfeld kön­nen die
Teil­nehmer prak­tisch zeigen, was sie während der Grup­pe­nar­beit in der
The­o­rie gel­ernt haben.”

Die Gefan­genen haben in dem Antige­walt­pro­gramm die Möglichkeit, ihre eige­nen
Fähigkeit­en entwed­er in Worten (ver­bal) oder beim Sport auszu­drück­en. “Die
Kom­bi­na­tion von bei­den Aspek­ten ist wichtig”, betonte Heit­mann.
“Grup­pe­nar­beit und Sport ergänzen sich, das eine funk­tion­iert nicht ohne das
andere.” Auf diese Weise sollen die jun­gen Män­ner ler­nen, für sich und ihr
Han­deln Ver­ant­wor­tung zu übernehmen. Gefördert wird das Pro­jekt mit
ins­ge­samt 220 000 Euro pro Jahr von dem Bran­den­bur­gis­chen Jus­tizmin­is­teri­um,
der Europäis­chen Union sowie der Bun­des- und der Lan­deszen­trale für
poli­tis­che Bil­dungsar­beit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Der Flüchtlingsrat Bran­den­burg, Jugendliche ohne Gren­zen und die Flüchtlings­ber­atung des Ev. Kirchenkreis­es Oberes Havel­land kri­tisieren die Unter­bringungspoli­tik im Land­kreis Ober­hav­el.
PRO ASYL und Flüchtlingsrat Bran­den­burg fordern: Ein­satz für die Rechte von Flüchtlin­gen bedeutet klare Kante gegen Recht­sradikalis­mus und Ras­sis­mus
Pots­dam – Unter dem Mot­to „SOS an den EU-Außen­gren­zen! Pots­dam – ein sicher­er Hafen!?“ laden Ini­tia­tiv­en anlässlich des „Tag des Flüchtlings“ am 27.09.2019 zu einem Aktion­stag ein.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot